Sissy Böhm Sexueller Missbrauch: Böhm-Tochter erhebt schwere Vorwürfe

Sissy Böhm (Mitte) bei der Beerdigung ihres Vaters am 13. Juni 2014 in Salzburg. Foto: dpa

Bittere Memoiren: Sissy Böhm schreibt, dass sie von ihren Eltern sexuell missbraucht worden sein soll.

 

München Es sind bittere Erinnerungen, die Sissy Böhm (59), Tochter des im Frühjahr verstorbenen Schauspielers und Stiftungsgründer Karlheinz Böhm, jetzt mit ihren Lesern teilt. Mit fünf Jahren sei sie zum ersten Mal von ihrer Mutter Elisabeth Zonewa, der ersten von vier Ehefrauen Böhms, sexuell missbraucht worden. Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein, schreibt sie in „Im Schatten des Lichts“ (Seifert-Verlag, Wien, 24,90 Euro).

Auch der berühmte Vater habe sich an ihr vergangen als sie 13 Jahre alt war. Plötzlich sei er bei einem ihrer Besuche in seinem Baldhamer Haus nackt im Bad aufgetaucht. „Dann nahm er mich am Arm, zog mich zu sich heran und küsste mich“, zitiert „Bild am Sonntag“ aus dem Buch von Sissy Böhm, das Ende Januar erscheinen soll. Ihr Vater soll auch ihre Brüste angefasst haben. Er habe sie aber nie vergewaltigt.

Wehren können sich die so Beschuldigten nicht. Karlheinz Böhm starb im Mai 2014, hinterließ sieben Kinder. Auch Sissys Mutter ist tot. Sie starb im Jahre 2011 von eigener Hand. Dass sie ihre schweren Vorwürfe jetzt veröffentliche, begründet Sissy Böhm im „BamS“-Interview so: „Weil ich Betroffenen sagen möchte: Wehrt euch, nehmt nicht hin, was sie mit euch machen.“
In ihrem Buch an dem sie seit drei Jahrzehnten arbeitete, beschreibt die nahe Innsbruck lebende Sissy Böhm auch ihre eigenen Selbstmordversuche, ihre Alkoholsucht und psychiatrische Behandlungen.

Ob sie denn nicht fürchte, dass diese Geständnisse ihre Glaubwürdigkeit erschüttern könnten, wird sie gefragt. „Ich wollte schon einmal mit 31 Jahren mit der Geschichte an die Öffentlichkeit gehen“, antwortete Sissy Böhm. „Allerdings war das zu früh, denn ich hätte den Druck nicht durchgehalten.“

„Im Schatten des Lichts „ beschreibt auch wie die Mutter sie zur Prostitution gezwungen habe. Da sei sie gerade 16 Jahre alt gewesen. „Ich habe immer Geschäftskontakte, wie du weißt. Du musst zu dem einen oder anderen ein bisschen nett sein. Du kennst das ja, du bist ja sowieso schon ein kleine Hure“, soll Zenova zu ihrer Tochter gesagt haben.

„Die Tochter aus gutem Haus“, wie sie sich im Buch-Untertitel nennt, war am 20. September 1955 in der Münchner Mai-Klinik geboren worden. Nur drei Monate später startete ihr Vater mit der Premiere des ersten „Sissi“-Films karrieretechnisch durch.

Die Versuche seiner Tochter, die Missbrauchs-Vorwürfe mit dem berühmten Vater aufzuarbeiten, seien an seiner ablehnenden Haltung gescheitert, erklärt Sissy Böhm in der „BamS“: „Er konnte mir nie in die Augen schauen, er wollte sich nie meiner Geschichte stellen. Eigentlich tut er mir leid.“

 

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