Sind 2,10 Euro zu viel? Ärger wegen einer Leberkässemmel – Metzger erklärt sich

Wie viel darf eine Leberkässemmel kosten? Sind 2,10 Euro zu teuer? (Symbolbild) Foto: imago images/CHROMORANGE

Ein Kunde ist mit dem Preis für eine Leberkässemmel nicht ganz einverstanden. Es folgt eine schlechte Onlinebewertung. Darauf reagiert der Metzger deutlich.

 

München - Wie teuer darf eine Leberkässemmel sein? Ein Kunde einer Unterhachinger Metzgerei beschwert sich – bei Google – über seine Leberkässemmel. "Qualität und alles top", so die Bewertung, jedoch sei der Preis mit 2,10 Euro für eine warme Leberkässemmel zu hoch. Außerdem sei wohl die Scheibe auch noch zu dünn gewesen. Ergo drei von fünf Sternen. Statt noch vor Ort um Nachbesserung zu bitten, wird die Sache im Internet thematisiert.

Die betroffene Metzgerei Marcus Bauch hat auf ihrer Facebookseite auf die Leberkässemmel-Kritik reagiert. Ausführlich. Kritik sei erwünscht, so der Metzger, aber "wenn wir schlecht bewertet werden, weil eine Leberkässemmel 2,10 Euro kostet, dann ist dies kein Auslöser für Traurigkeit und Reue sondern Empörung und Wut."

"Alle Welt schimpft über die billigen Fleischpreise"

In aller Munde seien derzeit die schlechten Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie. "Alle Welt schimpft über die billigen Fleischpreise, die Ausbeutung von Mensch und Tier", schreibt der Metzger und erklärt den Preis seiner Leberkässemmel en détail.

"Ein Schwein muss geboren, gefüttert, aufgezogen und geschlachtet werden - und das am Münchner Schlachthof und nicht hunderte von Kilometern entfernt", beginnt die Erklärung. Außerdem sei ein erfahrener Metzger bei der Leberkäsherstellung erforderlich. Zudem würde der Metzger von einem Handwerksbäcker seine Semmeln beziehen. Auch das koste ein bisserl mehr. Dazu kommen Löhne, die laut Angaben des Metzgers im Betrieb "fair und würdig" sind.

2,10 Euro für eine Leberkässemmel: Zu saftig oder angemessen?

So kommt also der Preis zustande. 2,10 Euro für eine Leberkässemmel? Im Münchner Raum keine Besonderheit, bei einem traditionellen Metzger durchaus angemessen.

Damit es künftig zu keinen Missverständnissen und schlechten Bewertungen kommt, bittet der Metzger darum, in Zukunft einfach nachzufragen: "Sollte die Scheibe einmal keine 100g haben, was ich in zehn Jahren noch nicht erlebt habe, ganz das Gegenteil ist der Fall, dann reicht eine kurze Nachfrage, wir lassen niemanden zu kurz kommen, schon gar nicht beabsichtigt!"

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