Simone Strobel (†) Der mysteriöse Tod einer jungen Fränkin

Simone Strobels (†) Mörder kennen nur ihre Freunde. Foto: dpa

Zehn Jahre ist’s nun her, dass Simone Strobel in Australien umgebracht wurde. Die Eltern sehnen sich noch heute nach Antworten.

 

Würzburg - Noch genau ein Jahrzehnt später quält Gustl Strobel die Ungewissheit, was genau mit seiner Tochter Simone passiert ist – und wer sie umgebracht hat. Einfache Fragen eines einfachen Menschen. Doch bis heute bekommt der Landwirt und seine Frau Gabi keine Antwort.

Die damals 25-jährige Kindergärtnerin Simone Strobel war in der Nacht zum 12. Februar 2005 mit ihrem Freund, dessen Schwester und einem Reisebegleiter auf einem Campingplatz im australischen Lismore zelten.

Plötzlich soll Simone ohne Schuhe weggelaufen sein, sie kommt nicht wieder. Auffällig: Ihre Freunde reisen am Morgen darauf weiter und melden Simone erst später als vermisst. Die „Mainpost“ berichtete kürzlich ausführlich über den Fall.

Simones Leiche wird kurze Zeit später rund 100 Meter entfernt vom Campinggelände gefunden. Simone wurde erstickt. Zuvor soll es einen Streit zwischen Simone und ihrem Freund gegeben haben, das beweist ein Tagebucheintrag der Kindergärtnerin. Die drei Freunde werden von der Polizei verhört. Erst machen sie widersprüchliche Angaben, dann gar keine mehr.

"Nicht einmal unter Folter"

„Alle drei Verdächtigen wissen mehr, als sie sagen“, sagt ein Kripo-Beamter. „Sie sind die einzig erkennbaren Verdächtigen.“ Die Zeugen der Tatnacht schweigen bis heute. Sogar Gustl Strobel appellierte kürzlich an das Trio, endlich die Wahrheit zu sagen. Ohne Erfolg. Die Schwester des ehemaligen Freundes schrie Strobel mit den Worten „Nicht einmal unter Folter“ an.

Simones damaliger Lebensgefährte droht aber nun Ungemach: Nach einem Gespräch mit einer australischen Autorin schrieb diese ein Buch – und bringt den Freund eng mit dem Mordfall in Verbindung. Seine australische Ehefrau stammt aus einer vornehmen Familie, sie will ihren Ruf nicht wegen eines Mannes ruinieren, der unter Mordverdacht steht. Ihr Gatte will aber gegen die Autorin vor Gericht ziehen. Als Kläger müsste er aussagen – und somit sein Schweigen brechen.

Gustl Strobel würde das begrüßen. Er und seine Frau erinnerten gestern mit einem Gottesdienst an den zehnten Todestag ihrer Tochter.

 

0 Kommentare