Silberpfeil-Siegserie beendet Lehren aus dem Großen Preis von Österreich

Max Verstappen hat das Formel-1-Rennen von Österreich gewonnen. Foto: Georg Hochmuth/dpa

Spielberg - Endlich mal ein bisschen Abwechslung. Das Ende der Silberpfeil-Siegserie hatten die Mercedes-Macher bereits geahnt. Der Wagen hat ein Kühlungsproblem.

 

Wirklich beunruhigt wirkte Formel-1-Spitzenreiter Lewis Hamilton nach seinem fünften Platz beim Großen Preis von Österreich am Sonntag aber nicht. Sicher auch, weil Ferrari die Überlebenstaktik des Branchenführers unter den Hitzebedingungen nicht wie erhofft ausnutzen konnte.

FERRARI NUTZT MERCEDES-SCHWÄCHE NICHT

Es war das erwartet schwere Rennen für Mercedes. Keiner in der ersten Startreihe. Zum ersten Mal kein Sieg, nur Rang drei (Valtteri Bottas) und fünf (Lewis Hamilton). Das war die Gelegenheit für Ferrari. Zumal der Wagen der Scuderia ziemlich gut zurecht kam mit und auf dem Kurs - und mit der Hitze.

Aber was passiert? Charles Leclerc kann die Pole wie in Bahrain nicht bis ins Ziel retten, wird enttäuschter Zweiter. Vettel landet nach einem verkorksten Boxenstopp und einem weiteren Reifenwechsel nur auf Platz vier. Der erhoffte erste Saisonsieg - futsch.

Zusammen holen sie 30 Punkte (Leclerc 18/Vettel 12) und damit gerade mal fünf mehr als das Mercedes-Duo mit seinen 25 (Bottas 15/Hamilton 10) Zählern. "Wir haben nur versucht zu überleben und alles richtig zu kühlen", gab Mercedes-Teamchef Toto Wolff zu. "Deshalb ist es positiv, dass wir trotzdem noch eine gute Punkteausbeute geholt haben und trotz dieser Einschränkungen ordentliche Rundenzeiten fahren konnten."

HONDA KANN DOCH NOCH SIEGEN

Es ist lange her. 2006 feierte Honda seinen bis Sonntag letzten Formel-1-Sieg. Nach der Saison 2008 stieg der japanische Autobauer aus. 2015 kehrte Honda zurück, wurde wie einst zu großen Zeiten Partner von McLaren. Der Erfolg aber blieb aus, die Enttäuschungen häuften sich. Seit diesem Jahr rüstet Honda Red Bull aus. Der Sieg beim Heimrennen des österreichischen Teams tat vor allem den Japanern gut, Freudentränen inklusive. "Unglaublich", schwärmte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

DIE FORMEL 1 KANN AUCH SPANNUNG

Na, also, geht doch: Endlich ein anderer Gewinner als in den acht vorherigen Rennen, deutlich mehr Action als eine Woche zuvor beim Langweiler in Le Castellet, dazu ein packendes Duell um Platz eins zum Finale. "Das wolltet ihr doch", meinte Lewis Hamilton, auch wenn er selbst diesmal keine Hauptrolle spielte. Die gehörte ohne Zweifel Max Verstappen. Startplatz zwei, schlecht weggekommen, aufgeholt, attackiert, gewonnen. In bester Verstappen-Manier: Draufgängerisch, knallhart. Das wollen Fans sehen.

DIE FORMEL 1 MACHT AUCH UNNÖTIGE SPANNUNG

Zieldurchfahrt, Siegerehrung, die Fans freuen sich, vor allem die von Verstappen. Ob sie mitbekommen haben, dass gegen ihr Idol wegen des Manövers gegen Leclerc ermittelt wird, darf bezweifelt werden. Erst recht zweifelhaft ist aber, wenn der Rennsieger eines Grand Prix letztlich erst drei Stunden nach dem Abstellen der Autos endgültig feststeht.

So lange dauerte es, bis die Rennkommissare verkündeten: Keine Strafe gegen Verstappen. Begründung: Keinem Fahrer könne allein oder überwiegend für die Berührung bei Verstappens entscheidendem Angriff drei Runden vor Schluss verantwortlich gemacht werden. Ferrari akzeptierte die Entscheidung, "auch wenn wir nicht glauben, dass sie richtig ist", sagte Teamchef Mattia Binotto.

 

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