Sieg im letzten Kampf Happy End für Christine Theiss

Christine Theiss nutzte ihren Reichweitenvorteile clever. Foto: dpa

Die Kickbox-Queen gewinnt den letzten Kampf ihrer Karriere – nach einem taktisch klugen Fight gegen Olga Stavrova.

Bayreuth - Eine herausragende Laufbahn im Kampfsport findet ihr Ende. Am Freitagabend machte Kickbox-Queen Christine Theiss den letzten Kampf ihrer fast makellosen Karriere. Mit einem Happy End – und einem Sieg im WM-Kampf. Theiss setzte den Schlusspunkt in ihrer Heimat, in der Oberfrankenhalle in Bayreuth – der Stadt ihrer Eltern. „In meiner Familie machen alle drei Kreuzchen und sind froh, dass Schluss ist“, hatte sie erklärt. Ihre Gegnerin, Olga Stavrova, hatte ihr erst im Juni die bis dato einzige Niederlage ihrer Karriere verpasst.

Stavrova, die sich außerhalb des Rings gerne als Mäuschen tarnt – und darin umso fester hinlangen kann. Theiss zog zu „Altes Fieber“ von den Toten Hosen in den Ring, schon von den Emotionen ergriffen, als ob sie nicht wusste, ob sie jetzt singen, hüpfen, oder schon trauern sollte. Den Kampf begann sie vorsichtig – der Respekt vor Stavrovas Schlägen war deutlich und Theiss vor allem damit beschäftigt, eine saubere Deckung aufrechtzuhalten. Auf Geduld hatte sie ihr Trainer Mladen Steko eingeschwört. Und die schien sich auszuzahlen: In der vierten Runde begann Theiss wie mit Nadelstichen Treffer zu setzen und setzte ihre Reichweitenvorteile geschickt ein – auch mit harten Kicks zum Kopf der Gegnerin.

Die Überlegenheit setzte sich in Runde fünf fort, Theiss kontrollierte den Kampf mit Cleverness und der notwendigen Härte – auch wenn Stavrova niemals aufgab. „Werde nicht gierig“, mahnte Steko – bloß kein unnötiges Risiko mehr eingehen. In den letzten beiden Runden setzte die Russin alles auf eine Karte und versuchte den Kampf per Knockout zu entscheiden. Aber Theiss fand stets die richtige Antwort – und riss nach zehn Runden die Fäuste Richtung Himmel. Danach flossen die Tränen. Bei Christine Theiss und ihrem Mann Hans, bei den Trainer Mladen und Pavlica Steko. Sie konnten es noch nicht fassen, dass jetzt Schluss ist.

 

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