Sie wollte Graf als Coach Boris Becker berät jetzt Andrea Petkovic

Wird von Boris Becker beraten: Andrea Petkovic. Foto: dpa

Die Nr. 16 der Tenniswelt wollte Steffi Graf als Trainerin verpflichten – und lässt sich nun von Boris Becker beraten.

 

Darmstadt - Langeweile ist etwas, was Andrea Petkovic wohl nur vom Hörensagen kennt. Bei Deutschlands zweitbester Tennisspielerin (Angelique Kerber ist die Nr. 13 der Welt) ist immer was los, mal tränenreiches Drama, dann wieder überbordende Freude. Beim Tennisclub TEC Darmstadt startete sie unlängst die Aktion „Du musst kämpfen!“, eine Serie von Wohltätigkeitsveranstaltungen, deren Erlös an ein Projekt der Kinderkrebs-Klinik Frankfurt geht, damit die Erkrankten Sport machen können.

Der Hintergrund: Ihr krebskranker Freund Jonathan „Johnny“ Heimes (25) spielte wie Petkovic beim TEC Darmstadt, war hessischer Jugendmeister und peilte eine große Karriere an – bis der Krebs kam.

Mit 14 wurde ein bösartiger Tumor entdeckt. Seit über zehn Jahren kämpft er gegen die Krankheit, die immer wieder zurückkommt. Trotz der unterschiedlichen Lebenswege blieb die Freundschaft zwischen ihm und Petkovic erhalten. Ehrensache, dass sie (wie auch Profi-Kollege Philipp Petzschner) die Charity-Veranstaltung unterstützte: „Wir wollen diese Energie des Weitermachens weitergeben.“ Und dann plauderte sie noch ein bisschen aus dem Nähkästchen und erzählte von ihrem Plan, Steffi Graf als Vollzeit-Coach verpflichten zu wollen. „Anfang des Jahres habe ich ihr eine lange Mail geschickt und sie gefragt. Ich hätte mir das super vorstellen können“, sagte Petkovic.

In der Vergangenheit hatte sie bereits mit Graf in deren Wahlheimat Las Vegas trainiert. „Da hat mir Steffi super Tipps geben können“, meinte Petkovic. Die 22-malige Grand-Slam-Siegerin Graf (46) hat allerdings stets betont, dass sie aus familiären Gründen nicht so viel reisen möchte. Das teilte sie Petkovic dann auch am Telefon mit. Die ehemalige Nummer eins der Welt lebt mit ihrem Ehemann Andre Agassi (45) und den gemeinsamen Kindern Jaden Gil (13) und Jaz Elle (11) in Las Vegas.

Seit einigen Wochen hat Petkovic nun stattdessen Boris Becker als Ratgeber an ihrer Seite. „Mehr kann man von keinem anderen lernen als von Boris. Er ist der geborene Grand-Slam-Champion und konnte mir schon viele wichtige Tipps geben, vor allem für die mentale Ebene“, sagte die Hessin und schwärmte: „Wenn Boris über Tennis spricht, dann haben die anderen Pause.“

Der engere Kontakt zu Becker, der seit gut anderthalb Jahren den Weltranglistenersten Novak Djokovic coacht, war Ende Mai nach Petkovics Drittrunden-Aus bei den French Open in Paris entstanden. „Ich saß allein im Spieler-Restaurant beim Mittagessen, und da kam zufällig Boris vorbei und hat sich dazugesetzt. Wir haben lange gesprochen“, erzählte Petkovic, die sich wenige Tage später per Mail bei Becker für das intensive Gespräch bedankte. Inzwischen sei er so etwas wie „mein Ansprechpartner geworden“.

Vor den US Open in New York (31. August bis 13. September) bestreitet Petkovic noch die Hartplatz-Turniere in Stanford, Toronto und Cincinnati. Boris und Steffi werden auch dafür sicher ein paar Tipps parat haben.

tbc

 

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