Shopping Geiz macht doof

 

Das sagt der Diplompsychologe: Glücksgefühle, wenn’s mehr gibt

Wie Symbole den Stoffwechsel im Kopf beeinflussen.

AZ.: Warum setzt bei vielen Verbrauchern der Verstand aus, wenn sie ein Rabattzeichen sehen?

HANS-GEORG HÄUSEL: Rabattaktionen sprechen ein Belohnungssystem im Gehirn an. Immer dann, wenn mehr versprochen wird, als wir erwartet hatten, wird dort der Botenstoff Dopamin ausgeschüttet. Im Hirnscan zeigt sich außerdem, dass Symbole für Rabattaktionen den so genannten anterioren cingulären Cortex deaktivieren. Das ist eine Art Schalter, der das Großhirn bei Konflikten einschaltet und dazu führt, dass wir uns beispielsweise fragen, ob wir in der Wüste tatsächlich eine Unterwasser-Taschenlampe brauchen. Dieser Schalter wird bei Sondersverkaufsaktionen außer Betrieb gesetzt. Dazu kommt, dass beim Schlussverkauf viele Menschen gleichzeitig auf Schnäppchenjagd gehen. Das weckt Neid und – besonders, wenn die Stückzahl begrenzt ist – das Bedürfnis, dem anderen auf der Jagd etwas wegzuschnappen.

Was können Kunden tun, um sich trotzdem unter Kontrolle zu halten?

Möglichst alles mit Bargeld bezahlen, denn das ist schmerzhaft. Und sie können versuchen, sich selbst zu disziplinieren. Alles andere hilft nicht, es sei denn, man gehört zu den asketischen Typen, die 32 Mal überlegen, ob sie sich etwas kaufen sollen, um es dann doch nicht zu tun.

 

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