Sex-Filme, Drogensucht und Gefängnis Das exzessive Leben von Konstantin Wecker

Konstantin Wecker war schon immer ein Rebell: Bereits mit zwölf Jahren riss der geborene Münchner das erste Mal von zu Hause aus. Foto: dpa

Konstantin Weckers Leben war alles, aber nie langweilig - zerstörerische Drogensucht inklusive. Der beliebte Münchner konnte damals "dem Tod von der Schippe springen".

München - Konstantin Wecker ist einer der bekanntesten Liedermacher Deutschlands. Doch im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen fand der heute 68-Jährige sein Weg dahin nicht über den amerikanischen Folk oder die französischen Chansons, sondern über die italienische Oper. Seine große Liebe zu Puccini ist bekannt. "Meine Wurzeln, die man bis heute auch noch spürt, kommen aus der italienischen Oper. Das ist natürlich ein Riesen-Unterschied", sagt er. Wecker wuchs als Sohn eines Opernsängers mit Musik auf, lernte Klavier und Geige und sang in einem Kinderchor. Den Weg in ein bürgerlich-geordnetes Leben fand er dadurch nicht - ganz im Gegenteil.

Schon mit zwölf Jahren riss der georene Münchner zum ersten Mal von zu Hause aus. Sein Freiheitsdrang und der Hang zur Anarchie waren unbezwingbar. Nach abgebrochenen Studien der Philosophie und Psychologie und einem Zwischenspiel als Schauspieler in Sexfilmchen wie "Beim Jodeln juckt die Lederhose" landete Wecker schließlich doch ganz bei der Musik, trat in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft auf und feierte 1977 seinen ersten Erfolg mit der Ballade "Willy" über den Tod eines Freundes bei einer Kneipenschlägerei mit Rechtsextremen.

Wecker war 15 Jahre kokain- und cracksüchtig

Irgendwann kamen die Drogen. 15 Jahre lang kokste Wecker und rauchte Crack, bis er schließlich 1995 zum zweiten Mal verhaftet wurde - wegen Drogenbesitzes. Im Jahr 2000 wurde er nach mehreren Instanzen zu 20 Monaten auf Bewährung und zu einer Geldstrafe verurteilt. Heute hat er die Sucht überwunden - vor allem mit Hilfe von Freunden und seiner Familie. "Ich weiß nur, dass ich damals dem Tod von der Schippe springen konnte", sagt er heute. "Aber ich denke, bei Suchterkrankungen soll und kann niemand sagen: Ich habe es geschafft. Man bleibt ein Leben lang damit konfrontiert."

Sein politisches Engagement hat er auch in der persönlichen Krise nicht vergessen. Für ihn ist es Pflicht. "Das Talent bringt die Verpflichtung mit, sich mindestens um diejenigen zu sorgen, die aus dem gesellschaftlichen Raster fallen, die normalerweise keine Stimme haben. Es waren ja immer die Dichter, die ihnen eine Stimme verliehen haben."

Nach 17 Jahren Trennung von Ehefrau Annik

2013 trennte sich Wecker von seiner 28 Jahre jüngeren Frau Annik - blieben aber seitdem freundschaftlich verbunden und wohnten auch weiterhin noch unter einem Dach. Die beiden haben zwei gemeinsame Söhne, Valentin und Tamino. Über Annik, die er bei einem Konzert kennengelernt hatte und die bei der Hochzeit 1996 erst 21 Jahre alt war, sagte der Liedermacher einmal: „Sie ist eine radikale Feministin, eine starke, selbstständige Frau geworden und schon lange nicht mehr das Mädchen, das ich einmal geheiratet hatte." Sie machte sich als Verfasserin von Kochbüchern wie „Anniks göttliche Kuchen“ und als Inhaberin eines Kaffeeladens in München selbstständig.

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