Service ADAC-Taxitest: Jeder zweite Fahrer fällt durch

Die einen telefonieren beim Fahren, die anderen bauen Umwege ein und manch einer lehnt die Fahrt gleich ganz ab: Taxifahrer in Europas Metropolen sind nach einem ADAC-Test keine Zierde ihrer Zunft. Ein weiteres Ergebnis: Taxifahren in Deutschland ist teuer.

 

München – Barcelona hat das beste Taxiangebot in Europa, München folgt gleich danach – das Schlusslicht ist Sloweniens Hauptstadt Ljubljana: Das ergab ein Taxitest des ADAC in 22 europäischen Großstädten, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Von den vier geprüften deutschen Städten landeten München (2), Köln (3) und Berlin (5) unter den besten Fünf, Hamburg verpasste die Top Ten mit dem elften Platz. Schuld war eine Tourabweichung mit mehr als doppelt so weiter Fahrstrecke.

Für den jährlichen Test untersuchte der ADAC Taxifahrten in 22 Großstädten. Dabei ließen sich die Tester als Geschäftsleute getarnt chauffieren und bewerteten die Kategorien Fahrer, Fahrzeug und Routentreue. Auch der Preis spielte eine Rolle. Taxifahren in Deutschland ist dabei relativ teuer, nur Köln kommt unter die Top Ten der günstigsten Fahrten.

Nach dem ADAC-Ergebnis sind die Fahrer das größte Problem des Gewerbes: Sie missachten rote Ampeln, fahren Umwege, stellen Quittungen falsch aus oder verweigern auch mal komplett die Tour. Besser als „ausreichend“ erhielten die Städte für ihre Fahrer nicht, knapp die Hälfte erfüllte die Mindeststandards nicht einmal.

Den Spitzenwert von 78,1 Prozent – und dennoch nur „ausreichend“ - erhielten Münchens Taxler. Gesamt-Testsieger Barcelona verdankt seinen ersten Rang nicht zuletzt den Chauffeuren: Neben den besten Fahrzeugen, korrekten Touren und Abrechnungen bestach Kataloniens Metropole durch hilfsbereite Fahrer. Sie erreichten mit 77,8 Prozent Rang zwei – vor den Taxifahrern in Paris, Köln und Berlin. Abgeschlagen auf dem letzten Platz finden sich Roms Taxifahrer.

Als „schlimmste Mängel“ der Fahrer werden in der ADAC-Bewertung falsch ausgefüllte Quittungen genannt, fehlende Fahrerausweise oder die Absage an Kreditkartenzahlung und erhöhte Preise durch Umwege. Doch auch der Mangel „Fahrer hält sich nicht an Verkehrsregeln“ wird mit knapp 30 Prozent häufig genannt. Viele Taxifahrer telefonieren während der Fahrt ohne Freisprechanlage oder halten sich nicht an Tempolimits. Letzteres könnte eilige Fahrgäste indes auch freuen.

Bei den Preisen schneidet Köln am besten ab – mit Platz zehn und 15,70 Euro für eine sieben Kilometer lange Tagfahrt, fünf Minuten Wartezeit und ein Gepäckstück inklusive. Die selbe Strecke ist am billigsten in Lissabon (7,98 Euro), gefolgt von Zagreb, Madrid, Barcelona und Prag. Auf den Rängen 13 bis 15 stehen in der Preiskategorie Berlin (16,23 Euro), München (17,20 Euro) und Hamburg (17,45 Euro). Am teuersten ist die Fahrt in Zürich mit umgerechnet 31,35 Euro für sieben Kilometer Strecke.

 

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