Serieneinbrecher München-Bogenhausen: 750.000 Euro Beute

Der Angeklagte Bozidar S. (54) auf der Anklagebank. Neben ihm sitzt die Dolmetscherin. Dahinter Anwalt Burkhard Zimmer. Foto: Torsten Huber

Der Angeklagte (54) schweigt vor dem Münchner Landgericht. Will er seine Söhne schützen? Die Polizei geht von mehreren Tätern aus.

 

München - Die Beweise sind erdrückend. Dennoch schweigt Markthändler Bozidar S. (54) eisern vor dem Münchner Landgericht. Dabei könnte der mutmaßliche Serieneinbrecher von Bogenhausen bei einem Geständnis mit einer milderen Strafe rechnen.

Der Vorsitzende Richter Thomas Denz versucht, ihm eine Brücke zu bauen, indem er sagt, was der Angeklagte ohne Geständnis bei zwölf Einbrüchen mit einer Tatbeute von 750000 Euro im Urteil zu erwarten hat: „Fünf Jahre plus x!“ Will Bozidar S. seine beiden Söhne schützen?

Fest steht: Sie sitzen bei einer Pkw-Kontrolle in der Nacht zum 13. Dezember 2007 mit im Auto, als die Polizei im Wagen einen Laptop, zwei Rolex-Uhren und Bargeld findet. Zu dem Zeitpunkt kann man die Gegenstände noch nicht als Diebesbeute aus einem Einbruch, der sich Stunden zuvor in der Asgardstraße in Bogenhausen ereignet, zuordnen.

Der Angeklagte und seine Söhne dürfen weiter in ihre Heimat nach Köln fahren. Erst im Juni 2012 klicken die Handschellen bei BozidarS. Die Polizei landet bei einem DNA-Datenabgleich einen Treffer. Der bereits einschlägig vorbestrafte Angeklagte hinterlässt an zwei Tatorten seine DNA-Spuren. Den Söhnen kann man nichts nachweisen.

Der Herr Papa greift an einem Tatort ohne Handschuhe an die Schubladengriffe und beim nächsten Bruch am Heiligen Abend 2007 in der Mauerkircherstraße lässt er eine Brechstange liegen. In der Euphorie einfach vergessen?

Die Beute im Wert von 200000 Euro ist wie ein Weihnachtsgeschenk: zwei Tresore mit viel Bargeld, Gemälde, Schmuck und Porzellan. Dass mehrere Täter für die Einbruchsserie vom 3. November 2007 bis 4. Januar 2008 in Frage kommen, bestätigt Kommissar Robert H. (49) vor Gericht: „Es sind mindestens drei Täter.

Denn in einem Fall haben sie einen Tresor mit 150 Kilo aus der Wand gestemmt und mitgenommen. Das schafft kein Einzeltäter.“ Die Täter seien auch immer nach demselben Muster vorgegangen. Sie wählten Häuser aus, deren Besitzer verreist waren. „Sie brechen die Terrassentür oder ein Fenster im Erdgeschoss auf, verschaffen sich so Zugang“, so der Kommissar. Das Urteil soll am 22. Februar fallen.

 

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