Sensibler Stoff Modische Mimose: So wäscht man Seide am besten

Model Alessandra Ambrosio trägt einen Jumpsuit aus Seide Foto: Image Press Agency/ImageCollect

Seide gehört zu den wertvollsten und begehrtesten Stoffen der Welt. Ein hoher Tragekomfort und der wunderschöne Glanz sorgen für einen hohen Wohlfühlfaktor. Wenn es aber an die Reinigung geht, kann Seide eine echte Mimose sein. Das ist beim Pflege-Sensibelchen zu beachten.

 

Seide ist eine Naturfaser, die aus dem Kokon der Seidenraupe gewonnen wird. Ähnlich wie das menschliche Haar reagiert die Faser sehr empfindlich auf Hitze und Chemikalien - besonders in nassem Zustand. Deshalb ist beim Waschen, Trocknen und Bügeln Vorsicht geboten. Entgegen der Meinung, Seide ließe sich nur chemisch reinigen, kann man Produkte aus diesem Stoff per Handwäsche reinigen, ohne die Seide zu schädigen.

Dafür die Seide drei bis fünf Minuten in lauwarmem Wasser einweichen. Handelt es sich um dunkle oder bedruckte Seide, nur kurz in kaltem Wasser waschen und nicht einweichen. Außerdem sollten keine normalen Waschmittel verwendet werden, da diese Bleiche enthalten. Die entfernt nicht nur Flecken, sondern greift auch die Proteinfasern der Seide an. Die Folge: Der Stoff wird matt, brüchig und rau. Am besten eine milde Seife oder ein spezielles Seidenshampoo verwenden. Echte No-Gos sind Wollwaschmittel und Haarshampoos, da sie rückfettend wirken und die Seide speckig werden lassen.

Trocknen

Nach maximal fünf Minuten im Handbad kann das Kleidungsstück mit kaltem Wasser unter Hinzugabe eines Teelöffels Weinessig ausgespült werden. Der Weinessig entfernt sämtliche Seifen- und Kalkrückstände. Da die Seide in nassem Zustand äußerst empfindlich ist, darf sie nicht ausgewrungen werden. Stattdessen rollt man sie in ein Handtuch ein und drückt das Wasser so sanft heraus. Danach die Seide flach ausrollen und an den Ecken leicht geradeziehen.

Zum Trocknen wird die Seide auf einen gepolsterten Kleiderbügel gehängt oder auf einem Wäscheständer ausgebreitet. Wichtig: Niemals Wäscheklammern verwenden, denn die zerstören den nassen Faserstoff und hinterlassen hässliche Druckstellen.

Bügeln

Weniger ist mehr, lautet auch beim Bügeln die Devise. Wer zu heiß bügelt, zerstört die Eiweißverbindungen in der Seide. Verständlich, denn die Struktur der Seide entspricht, wie bereits erwähnt, dem Aufbau des menschlichen Haares. Das sollte ja auch nicht zu heiß geföhnt und am besten überhaupt nicht mit dem Glätteisen malträtiert werden. Damit man Knitterfalten trotzdem aus dem Stoff bekommt, sollte dieser immer noch leicht feucht sein, wenn er bei geringer Temperatur gebügelt wird. Zuvor das Kleidungsstück auf links drehen, das ist schonender für die Seide.

Gewusst?

Damit Modefans möglichst lange Freude an einem Seidenprodukt haben, gilt es auch noch andere Dinge zu beachten. Seide ist kein Sonnenfreund, zu viel UV-Strahlung bleicht den Stoff aus und macht ihn stumpf. Auch Parfüm oder Deo auf dem Stoff ist schädlich. Das Besprühen erzeugt Ränder, die im schlimmsten Fall nicht mehr herausgehen.

 

0 Kommentare