"Sensationen sehr gut möglich" Mission mit Fragezeichen: Die Fallen für Bayern im Meisterschaftsfinale

2019 konnten die Basketballer des FC Bayern ihren Titelgewinn aus dem Vorjahr verteidigen. Und jetzt? Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Unter außergewöhnlichen Voraussetzungen starten die Basketballer des FC Bayern am Samstag in das Meister-Turnier in München. "Es wird nun nicht mehr das gleiche Spiel sein wie vor der Pause."

 

München - Der Startschuss für das Final10-Turnier am Samstag im Audi Dome soll auch den Beginn einer neuen Zeitrechnung markieren. Darauf hofft zumindest Daniele Baiesi. "Es ist gut, die Jungs wieder auf dem Court zu sehen, endlich wieder über Basketball reden zu können", sagte der Sportdirektor des FC Bayern Basketball vor dem Auftaktspiel gegen Ulm (20.30/Magenta Sport) am Mittwoch auf AZ-Nachfrage. Viel zu lange habe man schließlich in den vergangenen drei Monaten "über Notfälle, Pandemien und all das sprechen müssen. Hoffentlich ist das jetzt ein Neuanfang."

Nach den "außergewöhnlichsten drei Monaten meines Lebens" sprach Baiesi von "gemischten Gefühlen". Er glaube aber daran, dass Basketball dabei helfen werde, die negativen Gedanken aus den Köpfen zu bringen. Im Meisterturnier der BBL sieht der 44-Jährige, dessen Heimatland Italien und Heimatstadt Bologna besonders schwer unter der Coronavirus-Pandemie gelitten haben und nach wie vor leiden, "eine große Botschaft der Hoffnung und positiver Energie. Lasst uns hoffen, dass die Dinge von nun an besser werden."

Die sportlichen Aussichten auf das Turnier beschrieb Baiesi als "sehr wolkig". Die Spieler sind schließlich komplett aus dem Wettkampfrhythmus, haben ihr letztes Spiel vor drei Monaten bestritten und erst in den vergangenen Wochen wieder mit dem Teamtraining begonnen. "Ich bin neugierig", sagte Baiesi, "wie unsere physische und vor allem auch unsere mentale Verfassung sein wird."

FCBB-Trainer Kostic: "Nach Corona-Pause zurück in unserem Leben"

So richtig beurteilen kann das auch Oliver Kostic noch nicht. "Wenn ich das wüsste, wäre das großartig", sagte Bayerns Chefcoach, der sein Team aufgrund der Trainingseindrücke zumindest in einer "sehr soliden Verfassung" wähnt, die "uns Selbstvertrauen gibt". Spiele hätten aber freilich noch mal eine andere Intensität. "Wir fühlen uns so, dass wir endlich zurück sind. Zurück als Team und zurück in unserem Leben", sagte Kostic.

Auf Nihad Djedovic, den MVP der Finalspiele 2019, und Starcenter Greg Monroe wird er allerdings verzichten müssen. Djedovic verpasst das Turnier aufgrund von Knieproblemen, Topscorer Monroe reiste aufgrund eines Corona-Falls im erweiterten Familienkreis nicht aus den USA zurück nach München. "Wir hatten vor der Krise noch keine richtige Team-Identität entwickelt", sagte Baiesi und setzt nun auf diesen Prozess. "Ohne zwei unserer wichtigsten Spieler wird es sehr schwierig", sagte dagegen Vladimir Lucic, der als Co-Kapitän schon Teil der Meisterteams der vergangenen beiden Jahre war. Er ahnt, dass die erneute Mission Titelverteidigung eine knifflige wird: "Das wird wahrscheinlich die härteste Meisterschaft."

Vor der Pause war Bayern der klare Meister-Favorit, Vizemeister Alba Berlin der größte Herausforderer. Und jetzt? "Es wird nun nicht mehr das gleiche Spiel sein wie vor der Pause", sagte Kostic, für den es keinen "Super-Favoriten" mehr gibt. In dem für alle neuen Format habe jeder die Chance, weit zu kommen, speziell nach der Gruppenphase seien "Sensationen sehr gut möglich".

Durch Ab- und Zugänge haben sich die Kader zudem erheblich verändert. Die Bayern verstärkten sich mit Nationalspieler Ismet Akpinar auf der Guard-Position. "Es gibt Fragezeichen bei allen Teams", sagte Kostic. Das größte sei, "wie jedes Team nach zwei Monaten Pause aussehen wird. Am Samstag werden wir erste Antworten darauf bekommen."

 

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