Seniorin Gunda (79) Mit Dackel und Dreirad: Münchnerin fährt bis nach Rügen

Fit im Alter: Gunda Krauss radelt auch heute noch mit ihrem Easy Rider durch München – und animiert Senioren zu mehr Bewegung. Foto: Sigi Müller

Seniorin Gunda Krauss fuhr mit Dackel und Dreirad von München nach Rügen – jetzt hat sie ein Buch über ihre Erlebnisse geschrieben.

 

München - Blumengirlanden, kleine Fahnen und zahlreiche Sticker schmücken den neongrünen Easy Rider von Gunda Krauss. Viele davon sind Andenken an einzelne Stationen ihrer großen Radtour. Manche sind auch erst nach ihrer abenteuerlichen Reise dazugekommen. Im Alter von 70 Jahren ist die Seniorin mit dem Dreirad und ihrem Dackel Sauser von München nach Rügen geradelt. "Die Idee war eigentlich eine Schnapsidee", sagt sie.

Trotz zwei Hüft-OPs ging's auf Reise

Dass dieses Abenteuer überhaupt möglich war, hätte Krauss einige Jahre vorher noch nicht gedacht. Nach zwei Hüftoperationen fühlte sich die heute 79-Jährige in ihrer Mobilität stark eingeschränkt. Doch dann entdeckte Gunda Krauss 2008 auf dem Streetlife Festival den Easy Rider. "Ich habe mich sofort verliebt", sagt sie.

Der Kauf des Dreirads mit E-Motor bringt der Rentnerin ihre Lebensfreude und Mobilität zurück. Und sie fällt eine gewagte Entscheidung: Sie will mit dem Easy Rider von München bis nach Rügen fahren, eine Fahrstrecke von über 1.000 Kilometern. Am 21. August 2009 ist es tatsächlich so weit: Zusammen mit ihrem Dackel Sauser macht Gunda Krauss sich auf den Weg ans andere Ende von Deutschland.

In den Städten, die sie befährt, wird der Rentnerin ein freundlicher Empfang bereitet. "Ich habe auf diese Weise sehr viele Bürgermeister kennengelernt", sagt sie. Einer von ihnen quartierte sogar ihren Dackel bei sich ein, weil er nicht mit in ihre Unterkunft durfte. "Er wollte gar nicht mehr zurück zu mir, weil er dort so verwöhnt wurde" sagt sie.

Von Green City unterstützt

Unterstützt wurde die Reise von der Umweltorganisation Green City. "Seit der Radtour bin ich wesentlich umweltbewusster", erklärt Gunda Krauss. "Und wenn ich ein gutes Vorbild bin, trägt sich das vielleicht auch weiter."

Ihre Fans lässt die Seniorin mit einem Online-Tagebuch an ihren Erlebnissen teilhaben. "Ich habe dafür gelernt, ein Netbook und ein Navi zu bedienen und Fotos hochzuladen", sagt sie. Ganz reibungslos verläuft ihre Reise aber trotzdem nicht: "Irgendwann sind mir die Akkus und der Motor um die Ohren geflogen. Da wollte ich dann nach Hause."

Doch der Radhändler, der ihren Easy Rider repariert, bestärkt die Seniorin darin, weiterzufahren und nicht so kurz vor dem Ziel aufzugeben. Und sie schafft es tatsächlich: "Als ich das Ortsschild gesehen habe, konnte ich es gar nicht glauben, dass ich es wirklich geschafft habe", erzählt sie.

Etwa 50 Tage hat die Reise gedauert. Am 13. Oktober 2009 wird Gunda Krauss zurück am Münchner Bahnhof mit Blasmusik in Empfang genommen.

"Ich würde es auch noch mal machen, aber nicht allein", sagt sie. Ganz allein hat sie die abenteuerliche Radtour aber nicht bestritten: Ihr Dackel Sauser war die ganze Reise über an ihrer Seite. "Er ist der beste Kamerad, den man sich vorstellen kann", schwärmt sie. Heute hält die 79-Jährige Vorträge über die Themen Mobilität im Alter, Umwelt- und Klimaschutz. Ihre Erlebnisse hat sie jetzt in einem Buch niedergeschrieben.

Um es veröffentlichen zu können, hat sie im Internet Geld von Unterstützern gesammelt. Das Werk mit dem Titel "Gunda unterwegs – mit Dreirad und Dackel durch Deutschland" ist nicht nur ein Reisebericht, sondern auch ein biografisches und politisches Buch. Es erscheint voraussichtlich im November.

 

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