Sendlinger-Tor-Platz Moderner Neubau soll Klavier-Hirsch-Haus ersetzen

Das neue schlanke und hohe Stadthaus: Ein Clou, es gibt keine Dachfenster, sondern ein Glasband oben am First. Foto: Falk v. Tettenborn Architects

Der "fehlende Eckzahn" am Sendlinger-Tor-Platz Ecke Lindwurmstraße wird ersetzt: Sehr geometrisch, wertig und edel soll das neue Geschäftshaus wirken.

 

München - Ein kleines, aber sehr wertvolles Eckgrundstück ist gerade im Gespräch: Es geht um 530 Quadratmeter am quirligen Sendlinger-Tor-Platz. Das einmal kriegszerstörte Haus an der Lindwurmstraße 1, als "fehlender Eckzahn", so Jörg Wenzel von der Stadt, nach dem Krieg unvollständig wiederaufgebaut, wird abgerissen. Als bewusste Stadtreparatur kommt an seine Stelle ein elegant geplanter, sehr geometrischer Neubau mit Arkaden als Ersatz.

An dieser besonderen Stelle vor dem Sendlinger Tor befanden sich 1822 noch die königlichen Gemüsegärten. 1902 charakterisierte den Stadtplatz ein Rondell, um das die Trambahn fuhr. In der Nachkriegszeit zog Piano Hirsch ein: "Klavier Hirsch" steht noch heute in großen Lettern an dem Gebäude gegenüber der evangelischen Kirche St. Matthäus am Rand des Nussbaumparks.

Architekt Falk von Tettenborn schließt die Lücke: Mit neuen Arkaden, die an die in der Lindwurmstraße anknüpfen – zudem gleicht er die Dachhöhe an.

Stadträtin Rieke spricht sich für modernes Geschäftshaus aus

Als Fassade hat er eine schlichte Putzfront entworfen, in die sehr vertikal gehaltene Fensterkästen eingelassen sind – in modernen bronzeschimmernden Metallrahmen, was dem neuen Stadthaus neben der Sparkasse Eleganz und Spannung verleihen soll.

Die Arkaden in der Lindwurmstraße werden fünf Meter tief, verengen sich aber zum Sendlinger-Tor-Platz hin auf 2,50 Meter. Für ihre Säulen hat der Architekt einen leicht rötlichen Muschelkalk gewählt.

Die Stadtplanungskommission nimmt das zentrale Stadthaus zustimmend zur Kenntnis, mit dem Rat an die Planer, sich intensiver mit dem Thema größere Plastizität der Fassade auseinanderzusetzen. SPD-Stadträtin und Sitzungsleiterin Heide Rieke sagt: "Wir brauchen keine Wiedervorlage für das Projekt. Mir gefällt das Gebäude ausgesprochen gut."

 

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