Sendling Hilfe für den Tannengarten

Ein Sendlinger Idyll: Der Streit um den Tannengarten ist längst noch nicht entschieden. Foto: privat

Im Streit um eine Neubebauung und Fällung von Bäumen ergreift jetzt der Bund Naturschutz Partei.

 

Sendling - Die Initiative zur Erhaltung des historischen Ensembles Tannengarten kann einen weiteren Erfolg verbuchen: Der Bund Naturschutz in Bayern hat jetzt Partei ergriffen – und fordert die Lokalbaukommission auf, den Bauvorantrag in seiner derzeit gültigen Form abzulehnen.

Der Bund Naturschutz (BN) kommt in seinem Schreiben an die für den Bauvorantrag zuständige Lokalbaukommission zum Schluss, dass die beiden zentralen Bäume an der Hofeinfahrt durch die geplanten Baumaßnahmen der Hausverwaltung Frimmer Ferreira Schaden nehmen werden: „Die Bebauung darf aus unserer Sicht nur genehmigt werden, wenn der Bauherr zusichern kann, dass bei der geplanten Bebauung am vorhandenen Baumbestand keine Schäden entstehen, was bei der Nähe der Bäume zum geplanten Baukörper äußerst schwierig sein dürfte.“

Bei den beiden alten Bäumen, die bereits in einem alten Bebauungsplan der Landeshauptstadt als „schützenswert“ ausgewiesen sind, handelt es sich laut BN um „eine alte, imposante Rosskastanie und eine Flatterulme“. Beides seien besonders ortsbildprägende Bäume.

„Die Kastanie weist einen Umfang von über drei Meter auf, die Ulme umfasst 2,5 Meter. Die Ulme ist außerdem eine bedrohte Baumart. Sie steht in Bayern auf der roten Liste als gefährdete Baumart. Bayern und in diesem Fall der Stadt München kommt demnach eine besondere Verantwortung hinsichtlich der Erhaltung dieser Baumart zu“, beschreibt der BN die Bedeutung der Gehölze.

„Uns war gar nicht bewusst, welch ein botanisches Kleinod am Rand unseres Biergartens steht“, freut sich Rainer Klamt, Sprecher der Initiative zur Erhaltung des historischen Ensembles Tannengarten, über die Einschätzung des BN.

Wie bedrohlich die geplanten Baumaßnahmen für die alten Bäume sind, hatte zuvor bereits der Architekt H.P. Hebensperger-Hüther in einer Einschätzung mitgeteilt. Er geht davon aus, „dass bei dem beantragten Abriss und vierstöckigem Neubau (vermutlich unterkellert) die beiden ortsprägenden und für den Biergarten wichtigen alten Bäume zerstört werden“.

Für die Initiative ist der Fall deshalb klar: Die LBK muss den Bauvorantrag in seiner derzeitigen Form ablehnen. Rund 5000 Sendlinger Bürger tun das auch und haben das mit ihrer Unterschrift bezeugt. Die Frage ist unterm Strich, wie die Stadt München in Zukunft ihre Grünflächen und insbesondere ihre weltberühmten Biergärten schützen und verteidigen will.

Günther Nützel, Geschäftsführer des Bund Naturschutz in Bayern e.V., stellt der Stadt die Gretchenfrage: „Es stellt sich deshalb die Frage, welchen Stellenwert die grüne Lunge Münchens noch hat?“

1 Kommentar

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading