Selbstjustiz auf der Straße Mann überfährt Ladendieb

Die Hanfelder Straße in Starnberg: Hier fuhr ein 22-Jähriger in einem Suzuki Swift einen Fußgänger (32) auf dem Gehweg um und verletzte diesen schwer. Foto: Franz Xaver Fuchs/SZ, ho

Als er glaubt, einen Dieb wiederzuerkennen, der im Supermarkt seines Vaters etwas mitgehen ließ, steuert ein 22-Jähriger seinen Suzuki Swift auf den Gehweg und überfährt den Fußgänger.

 

Starnberg Tatwaffe Auto: Ein junger Afghane ist am Mittwoch in seinem schwarzen Suzuki Swift in Starnberg kurz nach 13 Uhr offenbar mit voller Absicht über einen Grünstreifen auf den Gehweg gefahren, um dort einen Fußgänger zu überfahren.

Nach AZ-Informationen glaubte der 22-Jährige, einen Ladendieb wiederzuerkennen, der im Edeka-Laden, den sein Vater betreibt, Lebensmittel gestohlen hatte. Der vorsätzliche Unfall geschah ganz in der Nähe eines Beerdigungsinstituts auf der Hanfelder Straße in Starnberg.

Der Swift-Fahrer wurde gestern dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Er erließ Haftbefehl wegen Mordversuchs, das Mordmerkmal lautet Heimtücke.

Der Fußgänger, ein 32 Jahre alter Tunesier, wurde von dem Auto von hinten erfasst und einen Abhang hinauf geschleudert. Von dort rollte er anschließend schwer verletzt wieder hinunter. Der Autofahrer flüchtete, ohne sich um den Verletzten zu kümmern.

Allerdings wurde der Unfall von Zeugen beobachtet. Eine Frau berichtete den Rettungskräften wenig später, dass der Autofahrer den Fußgänger absichtlich überfahren hatte. Die Zeugin hatte sich sogar das Autokennzeichen gemerkt.

Die Polizei konnte den Unfallverursacher wenig später in Pöcking festnehmen. Nach AZ-Informationen war dem jungen Afghanen der Umgang der Polizei mit dem mutmaßlichen Ladendieb zu lasch gewesen. Der Tunesier soll vor Kurzem in dem Edeka-Markt, den der Vater des Beschuldigten in einem Ort am Starnberger See betreibt, einen oder mehrere Ladendiebstähle begangen haben.

Als der Dieb versuchte zu flüchten, ging auch eine Scheibe an der Eingangstür zu Bruch. Der Sohn des Edeka-Betreibers war wütend, da die Polizei in seinen Augen zu wenig gegen den Ladendieb unternommen habe – und griff zur Selbstjustiz.

Das Opfer erlitt Kopfverletzungen und Prellungen am ganzen Körper. Der Mann konnte noch nicht befragt werden. Die Ärzte versetzten ihn in ein künstliches Koma.

Die Kripo Fürstenfeldbruck ( 08141-6120) bittet weitere Zeugen, die den Unfall gesehen haben, sich zu melden.

 

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