Sechs Machbarkeitsstudien Münchner Radl-Autobahnen: Das ist der Plan der Stadt

Am Mittwoch soll der Stadtrat sechs Machbarkeitsstudien genehmigen. Foto: Tobias Hase/dpa

Die Stadt prüft sechs neue Strecken, mit denen Radler schneller ins Umland kommen. Umweltverbände begrüßen das Vorhaben. Aus Sicht von Green City wären drei Schnelltangenten ideal.

München - Von München mit dem Rad ins Umland: Das ist auch jetzt schon machbar, aber oft umständlich. Das soll sich nun bald ändern. Denn die Stadt könnte ein ganzes Netz an Radschnellwegen bekommen.

Kommenden Mittwoch soll der Stadtrat hierzu sechs Machbarkeitsstudien genehmigen. Fünf der geplanten Wege würden von der Altstadt aus sternförmig in Richtung der Gemeinden Dachau, Kirchheim und Ebersberg, Oberhaching, Planegg und Starnberg sowie nach Fürstenfeldbruck verlaufen. Der sechste Radschnellweg wäre eine tangentiale Verbindung – also ein Radweg, der die äußeren Viertel der Stadt ohne einen Umweg über die Altstadt miteinander verbindet.

Die Radwege ins Umland sind laut Planungsreferat bereits mit allen betroffenen Gemeinden abgesprochen und werden von diesen auch gewünscht. Die Machbarkeitsstudien setzen einen Prozess fort, den die Stadt mit ihrem Grundsatzbeschluss zum Radverkehr schon im vergangenen Jahr angestoßen hat.

Pilotprojekt könnte U6-Pendler entlasten

Eine weitere Radl-Autobahn, vom Münchner Stadtrand bis nach Garching und Unterschleißheim, ist bereits vom Landkreis beschlossen. Die Verlängerung ins Stadtzentrum hat die Münchner Verwaltung ebenfalls schon angepeilt. Sie ist somit nicht mehr Teil des aktuellen Beschlusses der Stadtbaurätin. Das Pilotprojekt des Landkreises könnte vor allem die von Studenten und Pendlern genutzte U6 entlasten.

34 Millionen Euro soll das Projekt kosten. Wenn der derzeitige Plan eingehalten wird, könnten die ersten Radler schon in drei Jahren auf dem neuen Schnellweg unterwegs sein. Rad- und Umweltverbände wünschen sich solche Zweirad-Autobahnen auch innerhalb der Stadt schon lange.

Münchner Tangente: So kommen Radler von Viertel zu Viertel

So begrüßt die Münchner Umweltorganisation Green City nun auch die neuesten Pläne. Besonders positiv findet Green Citys Verkehrsexperte Andreas Schuster, dass die Wege, anders als bei der Trasse nach Garching, diesmal gleich bis in die Innenstadt geplant werden könnten. "Wir haben schon immer gesagt: Radschnellwege dürfen nicht vor den Toren der Stadt enden."

Die Tangente findet Schuster ein besonders wichtiges Projekt: "So können Radler von Viertel zu Viertel kommen, ohne durch die Innenstadt gezwungen zu werden." Ideal wären aus Green-City-Sicht drei Schnelltangenten: eine um die Altstadt herum, eine an der Stadtgrenze und eine weitere, die die einzelnen Umlandgemeinden miteinander verbindet.

Doch auch die jetzigen Planungen klingen für Schuster vernünftig. Etwas dauern wird es aber wohl vermutlich noch, bis Radler ungebremst von der Innenstadt bis nach Ebersberg oder Dachau durchstrampeln können. Zunächst müssen in einer europaweiten Ausschreibung verschiedene Planungsbüros gefunden werden, die die Radl-Highways auf ihre Machbarkeit hin untersuchen. Wie lange es dann noch bis zu einer möglichen Umsetzung der einzelnen Wege dauert, ist ungewiss.

 

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