Schwulen-Drama Michael Douglas kehrt mit "Liberace" auf die Leinwand zurück

Michael Douglas bei der Verleihung der Emmy Awards in Los Angeles Foto: Jordan Strauss/Invision/AP

Ein Film mit Michael Douglas und Matt Damon in der Hauptrolle sowie Steven Soderbergh als Regisseur klingt nach einem absoluten Blockbuster. Doch in den USA schaffte es "Liberace" nicht in die Kinos. Lediglich der Kabelsender HBO strahlte ihn aus. Für Douglas eine herbe Enttäuschung, war es doch das Comeback nach seiner schweren Krebserkrankung.

 

Ab kommenden Donnerstag ist Michael Douglas (69) wieder im Kino zu sehen. Es ist seine erste Rolle nach der überstandenen Krebserkrankung. Im Film "Liberace - Zuviel des Guten ist wundervoll", spielt er einen homosexuellen Entertainer. An seiner Seite spielt Matt Damon. Regie führte kein Geringerer als Steven Soderbergh. Dennoch kam der Streifen nie in die US-Kinos. Was der Grund dafür war, verriet der zweifache Oscar-Preisträger im Interview mit der "Welt am Sonntag".

Sein Comeback in der Filmbranche hatte sich Douglas sicher auch etwas anders vorgestellt. Denn statt auf den großen Leinwänden in den Lichtspielhäusern der USA, war der 69-Jährige mit seinem neuen Film nur auf den TV-Schirmen zu sehen. Die Studios lehnten das Drama über zwei schwule Männer, gespielt von Douglas und Matt Damon, ab. Für den "Wall Street"-Star war die Versetzung ins Kabelfernsehen "eine Enttäuschung - wie ein kleiner Schlag ins Gesicht."

Für ihn sei die Ablehnung der großen Studios vor allem bei der "hochkarätigen" Besetzung nicht nachvollziehbar gewesen. Den Grund sieht er aber nicht darin, dass in den USA schwuler Sex teilweise noch immer tabuisiert werde. Vielmehr scheinen monetäre Sorgen im Vordergrund gestanden zu haben: "Die Studiobosse werden sich ausgerechnet haben, dass sich für einen schwulen Film vor allem Schwule interessieren. Das wird für sie aus finanziellen Gründen ein K.-o.-Kriterium gewesen sein."

Anders als in den Staaten kommt der Film in Europa in die Kinos. Sogar bei den Filmfestspielen in Cannes war "Liberace" als "Wettbewerbsbeitrag eingeladen". Über diese positive Resonanz vom alten Kontinent freut sich Douglas und kann sich eine eine gewisse Häme in Richtung der großen Hollywood-Studios nicht verkneifen: "Inzwischen sind einige Entscheider wohl ein bisschen peinlich berührt, dass sie diesen Stoff abgelehnt haben. Und ich muss sagen ... das gefällt mir."

Am Set hatten Damon und er trotz der sehr intimen Sexszenen übrigens Spaß, wie der Hollywood-Star beteuert: "Bei den Dreharbeiten haben wir dann eher geflachst: 'Welchen Lippenstift-Geschmack hättest du denn heute gern? Ich kenne dich doch Matt, du magst gerne Pfirsich.'"

Sich nackt vor seinem Kollegen zu präsentieren, kostete Douglas zu Beginn ein wenig Überwindung. "Aber Matt und ich haben uns über all diese Szenen ausgetauscht: Wir hatten beide das Drehbuch gelesen, jeder von uns wusste, was auf ihn zukam. Da gab es keine unangenehme Überraschungen. Ich bin Matt sehr dankbar, dass er sich voll und ganz darauf eingelassen hat."

 

1 Kommentar