Schwimmen Gefährliche Hilfen

Mit dem Grabner Swimy Kid sollen Kinder Brustschwimmen lernen. Leider sind Schadstoffe drin. Foto: www.swimy.at

Eigentlich sollen sie vorm Ertrinken retten: Doch viele Schwimmhilfen schneiden bei Stiftung Warentest schlecht ab.

 

München - Endlich Freibadwetter! Das freut auch die Kleinsten, die mit Schwimmflügeln ihre ersten Plansch-Versuche unternehmen. Doch wie sicher sind diese Schwimmhilfen? Die Stiftung Warentest liefert in der Juli-Ausgabe ihres Heftes „Test“ erschreckende Ergebnisse: Die Hilfen sind zum Teil nicht sicher, mit Schadstoffen belastet oder nicht richtig gekennzeichnet.

Schwimmsitze: Ein Schwimmsitz hätte laut Test erst gar nicht in den Handel kommen dürfen: das Auto-Baby-Badeboot von Seruna. Im Dummy-Test kenterte es schon beim einfachen Sitzen. Lebensgefahr! Eigentlich sind solche spielzeugähnlichen Schwimmsitze mit Beinöffnungen in Europa verboten, seit mehrere Kinder damit verunglückten. Jetzt tauchen sie in Deutschland und in Urlaubsregionen immer häufiger auf. Im Fall der Firma Seruna hat die Aufsichtsbehörde den Verkauf mittlerweile gestoppt. 

Auch die Sitze von Beco und Bestway sind nicht sicher, wie der Test ergab. Zwar verfügen beide wie vorgeschrieben über mehrere Luftkammern. Doch beide Sitze können Kinder nicht über Wasser halten, sollte eine Kammer beschädigt sein. Außerdem können sich größere Kinder beim Kentnern in den Beinöffnungen verfangen.

Oberarmschwimmhilfen: Die meisten getesteten Modelle sind sicher, enthalten aber teilweise Schadstoffe. Bedenklich aber ist das Ergebnis bei Cherek’s Kraulquappen, die auch Erwachsene nutzen: Der Ventilstöpsel reißt leicht ab und ist so klein, dass Kinder ihn verschlucken können. Enthält außerdem Schadstoffe.

Brust- und Rückenschwimmhilfen: Nur wenige Test-Modelle sind mängelfrei. Bedenklich: In der Schwimmlernhilfe Grabner Swimy Kid stecken zinnorganische Verbindungen, die die Fruchtbarkeit schädigen können. Der Schwimmgürtel Hudora joey swim up soll Kinder über Wasser halten, enthält aber kritische Kunststoffe. Darunter PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe), die als krebserregend gelten.

Fazit: Von den 20 getesteten Schwimmhilfen war nur eine rundherum gut oder sehr gut – die Schwimmflügel von Bema für acht Euro. Beim Kauf von Schwimmhilfen sollte man auf die Kennzeichnung EN 13138 achten – nur diese entsprechen den europäischen Sicherheitsnormen. Da vor allem die Schwimmsitze für Babys schlecht abgeschnitten haben, empfehlen die Tester, die Kleinsten besser ohne Sitz ans Nass zu gewöhnen. Grundsätzlich aber gilt: Kinder im Wasser nicht aus den Augen lassen!

 

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