Schwere Vorwürfe Mutmaßliche IS-Frau schweigt im Kriegsverbrecher-Prozess

Die Angeklagte vor Gericht in München. Foto: Peter Kneffel/dpa

Nächster Verhandlungstag im Münchner Kriegsverbrecher-Prozess: Die Angeklagte, eine mutmaßliche IS-Anhängerin, schweigt zu den schweren Vorwürfen.

 

München - Im Münchner Kriegsverbrecher-Prozess um ein verdurstetes jesidisches Mädchen im Irak will die angeklagte mutmaßliche IS-Anhängerin sich nicht zu den schweren Vorwürfen äußern. "Die Angeklagte wird sich schweigend verteidigen", sagte ihr Anwalt am Montag vor dem Oberlandesgericht (OLG) München. Zuvor hatte das Gericht die Vorwürfe gegen die Deutsche aus Niedersachsen in einem Hinweis noch einmal verschärft. Die Jesiden sind eine vom Islamischen Staat (IS) systematisch verfolgte Religionsgemeinschaft.

Die 27-Jährige ist unter anderem wegen Mordes, Kriegsverbrechen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung angeklagt. Sie könnte, wenn sich die Vorwürfe gegen sie bewahrheiten, zusätzlich noch wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Form der Versklavung und Folterung sowie Menschenhandel verurteilt werden.

Mädchen auf einem Sklavenmarkt gekauft?

Die Frau und ihr Ehemann sollen das fünfjährige Mädchen, das später qualvoll verdurstete, und dessen Mutter auf einem Sklavenmarkt gekauft haben. Die Frau, von der die Bundesanwaltschaft sicher ist, dass es sich um die Mutter des Kindes handelt, tritt als Nebenklägerin in dem Verfahren auf. Ihre Aussage stand der Bundesanwaltschaft allerdings erst zur Verfügung, als die Anklage schon erhoben war.

Eine nachträgliche Änderung der Anklage ist nicht möglich – daher nun dieser Hinweis des Gerichtes.

 

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