Schweineherzen in Affen Petition gegen Tierversuche an der LMU München

Christine Müller (M.) und Rosmarie Lautenbacher (r.) von Ärzte gegen Tierversuche übergeben die Petition an Ministerialrätin Ulrike Marschner. Foto: ÄGT

An der LMU München werden Experimente mit Transplantationen von Schweineherzen in Affen durchgeführt. Nun wurde eine Petition eingereicht, damit diesen Tierversuchen ein Ende gesetzt wird.

 

München - Die medizinischen Experimente an der Ludwig-Maximilians-Universität, bei denen Affen das Herz von Schweinen eingesetzt wird, haben eine Protestwelle ausgelöst. Die bundesweite Vereinigung "Ärzte gegen Tierversuche" reichte beim Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz eine entsprechende Petition ein. 57.341 Unterstützer haben sie unterzeichnet.

Dem Traum von unbegrenzt verfügbaren Ersatzorganen glauben die Wissenschaftler der LMU einen entscheidenden Schritt näher gerückt zu sein. Ein Affe, dem das Herz eines Ferkels eingepflanzt wurde, lebte mit medikamentösem Einsatz mehrere Monate. Ein Erfolg, jubelte das Team unter Leitung von "Herz-Papst" Bruno Reichart vor wenigen Wochen. Bei "Ärzte gegen Tierversuche" (ÄGT) bleibt die Begeisterung über den vermeintlichen Fortschritt aus.

"Xenotransplantationen bergen ein unkalkulierbares Risiko"

Dort ist man davon überzeugt, dass es sich bei solchen Xenotransplantationen um "den schlimmsten Auswuchs" tierexperimenteller Forschung handle. Silke Strittmatter, Sprecherin des Vereins, kritisiert nicht nur das "immense Leid", dem die Tiere ausgesetzt seien. "Xenotransplantation", erklärt sie, "birgt auch für die Patienten ein unkalkulierbares Risiko, zum Beispiel durch die Übertragung von Viren."

Erkenntnissen von "Ärzte gegen Tierversuche" zufolge laufen Versuche, Schweineorgane auf Affen zu übertragen, an der LMU bereits seit den 90er-Jahren. Genaue Zahlen über die Zahl der Tiere, die dabei starben, sind nicht öffentlich bekannt. Veröffentlichungen von Wissenschaftlern, die an den Experimenten beteiligt waren, deuten darauf hin, dass es dutzende, wenn nicht hunderte Tiere gewesen sein dürften.

Tierversuche soll es seit den 90er-Jahren geben

Für ÄGT sind experimentelle Tierversuche nicht nur aus ethischen Gründen verwerflich. "Besser wäre es", sagt Strittmatter, "den Fokus auf die Ursachenforschung von Krankheiten und die moderne In-vitro-Forschung mit ausgeklügelten Computermodellen und Organchips zu setzen."

 

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