Schweden Nach Norden - und immer weiter

Göteborg - Wohnmobilfahren - das ist die Freiheit, überall hinzufahren und stehen zu bleiben, wo es einem gefällt. Hauptziele der hiesigen Camper sind die Schweiz, Italien, Österreich oder auch Frankreich. Aber tief im Innern, das hat eine Umfrage unter Reisemobilisten ergeben, steckt die Sehnsucht nach der großen Reise, nach Schweden. Schöne Meeresküsten, weite Landschaften, Seen, Sehenswürdigkeiten, ein freundlicher Menschenschlag und viel Ruhe - das sind die Gründe. Und so trifft es sich gut, dass der Reisemobilhersteller Hymer Schweden zu seinem Partnerland erkoren hat, während in Schweden gleichzeitig eine Initiative für Wohnmobilstellplätze entsteht.

Hymer und die Schweden haben sich folgerichtig zusammengetan. Heraus kam ein Prospekt: „Schweden - Hymer-Entdeckerland“. Zugegeben: Die Anfahrt aus Süddeutschland ist weit. Aber im Grunde bequem: Man fährt in einem Tag nach Kiel oder Travemünde, schläft sich dann an Bord einer Fähre über Nacht aus und ist am frühen Morgen ausgeruht in Trelleborg oder Göteborg. Und dann öffnet sich ein großes, weites Land. Man muss sich nur entscheiden, wohin man will. Vier Touren bietet der Prospekt an. Von Göteborg aus gleich nach links die Küste hoch liegt Westschweden mit seinen Schären und Inseln. Ein Paradies für Meeresfans. Rechtsrum ab Malmö geht es nach Schonen und Südschweden. Geradeaus Richtung Stockholm führt die Tour am Götakanal entlang. Hier fahren noch immer die alten Postschiffe in gemütlichem Tempo, immer wieder aufgehalten von einer der zahlreichen Schleusen.

Die Schweden sind ein tolerantes Völkchen

Man muss sich einfach auf ein langsameres Lebenstempo einlassen. Herrlich ist es, entlang des Kanals mit dem Rad zu fahren, zu wandern, Wassersport jeglicher Art zu betreiben oder Schlösser und Museen zu besuchen oder das putzige Asle tå, ein Museumsdorf aus alten Holzhütten. Vorbei an Stockholm führt die ganz große Tour nach Norden. Weil der Großteil der Schweden im Süden im Dreieck Stockholm/ Göteborg/Malmö lebt, ist es hier vergleichsweise menschenleer. Tausende von Seen, Hunderte von Kilometern unberührte Natur. Hier gilt das Jedermannsrecht. Man darf überall übernachten. Dieses überlieferte Recht stammt allerdings noch aus Zeiten, wo man zu Fuß oder zu Pferd unterwegs war. Von Autos oder gar Reisemobilen wusste man noch nichts. Deshalb ist das Jedermannsrecht eigentlich für Wohnmobile gar nicht gedacht. Aber die Schweden sind ein tolerantes Völkchen. Wer nach der Devise „Nicht stören - nichts zerstören“ reist, wird keine Probleme haben. Am besten ist es, nicht in Sichtweite von Gebäuden zu campieren. Oder man muss nachfragen. Dann kommt man gleich in Kontakt mit der Bevölkerung. Die beste Reisezeit ist immer: Im Winter zum Skilaufen, im Frühjahr die erwachende Natur entdecken, im Sommer ans Meer und im Herbst die wundervollen Wälder durchstreifen. Nur der Juli ist in Schweden traditioneller Ferienmonat.

Dann sind Campingplätze ebenso voll wie Restaurants und Sehenswürdigkeiten. Aber schon im August ist alles wieder gut. Und dieser Monat ist einen Extratipp wert. Dann feiern die Schweden ihr Krebsfest. Überall gibt es frische Krebse, die dann in großer Runde vertilgt werden. Das ist aber nur der halbe Spaß. Gegessen wird mit den Händen und dazu viel getrunken. Bier und Schnaps fließen reichlich. Allerdings: Die Getränke muss man sich verdienen. Nur wer ein Lied singt, darf zufassen. Peinlich? Kein bisschen! Weil alle Schweden mitmachen und begeistert einstimmen, ist Fröhlichkeit programmiert. Nur die Autofahrer müssen an die 0,2-Promille-Grenze denken. In Schweden wird scharf kontrolliert, die Strafen sind drakonisch. Aber es gibt ja überall Lättöl - Leichtbier. Schmeckt nicht doll, kann man aber trinken. Und Reisemobilisten haben ja stets ihr eigenes Bett dabei.

 

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