Schwabinger Kunstpreis Diese Künstler werden heuer geehrt

In Schwabing gibt es eine florierende Kunstszene (Symbolbild). Foto: Manfred Sieber

Die Preisträger für den Schwabinger Kunstpreis 2015 stehen fest. Zwei Frauen und ein Mann erhalten den begehrten Preis in diesem Jahr.

 

Schwabing - Die Schriftstellerin Barbara Bronnen, die Sängerin und Schauspielerin Salome Kammer und der Universal-Kleinkünstler Moses Wolff bekommen den Schwabinger Kunstpreis 2015.

Die Stifter der jährlich verliehenen und mit 5.000 Euro dotierten Kunstpreise sind die Stadtsparkasse München, Karl Eisenrieder – Café Münchner Freiheit, die Constantin Film AG und die Landeshauptstadt München. Die Jury -– Marion Bösker (Literaturhaus München), Roman Bunka (Musiker, Preisträger 2014) Jürgen Eickhoff (Galerie Spektrum), Franz Kotteder (Süddeutsche Zeitung), Johannes Löhr (Münchner Merkur) – begründete ihre Entscheidung wie folgt:

Barbara Bronnen, geboren ist sie in Berlin, aufgewachsen in Österreich, doch München wurde und blieb ihre Heimat: Die 1938 geborene Barbara Bronnen studierte in München Germanistik und Philosophie und blieb der Stadt – und Schwabing – treu. In Schwabing lebt und arbeitet sie als Autorin von vielbeachteten Romanen, Essays und Erzählungen. Sie ist fest mit dem »Seerosenkreis« verbunden, lebendiger Ort für die Schwabinger Tradition des kulturellen Austauschs und des literarischen Salons. Sie ist eine »Grande Dame« im besten Sinne des Wortes: eine große Dame der deutschsprachigen Literatur und eine prominente Mitgestalterin der Münchner und insbesondere der Schwabinger Kultur-Szene. Ihr Stil ist prägnant und elegant, ihre Texte sind poetisch und gleichzeitig klar. In vielen ihrer Bücher, u.a. in ,Meine Väter‘ (Suhrkamp, 2012), hat sie sich mit ihrer eigenen Familie auseinander gesetzt – die literarischen Befragungen ihres Vaters sind tiefsinnig, ehrlich und berührend. Auf ihrer Webseite schreibt sie über sich und ihr Schreiben: ,Ich höre gut hin, und mache mir täglich Notizen, schreibe Tagebuch. Ich schreibe täglich, auch nachts, und meine Träume sind immer Träume mit Erzählstimme.‘ All das wandelt Barbara Bronnen um in preiswürdige Literatur.

Salome Kammer ist eine renommierte Sänger-Schauspielerin, deren außergewöhnliche darstellerische Bandbreite die herkömmlichen künstlerischen Kategorien sprengt. Im musikalischen Kabarett ist sie ebenso zuhause wie in der Avantgarde-Musik; sie begeistert ihr Publikum mit Jazz-Gesang und klassischen Liederabenden, mit Dada-Lyrik, experimenteller Musik und Broadwaysongs oder in dramatischen Bühnenrollen des Sprechtheaters. Salome Kammer unterrichtet Aufführungspraxis neuer Musik für Gesang an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater München und ist im hiesigen Kulturleben sehr präsent. Zahlreiche Komponisten und Komponistinnen im In- und Ausland – wie zum Beispiel Wolfgang Rihm, Isabel Mundry oder Jörg Widmann – komponierten Werke für sie; vielfältige Rundfunk-und CD-Produktionen dokumentieren ihr künstlerisches Schaffen. Internationalen Erfolg hatte sie auch als Clarissa Lichtblau in dem Film-Epos ,Die Zweite Heimat‘ sowie ,Heimat 3‘ von Edgar Reitz. Ihre persönliche Verbundenheit mit Schwabing, wo sie seit vielen Jahren lebt, wird nicht zuletzt in dieser Filmrolle für ihr Publikum sichtbar.

Moses Wolff führt als Mitbegründer und Mitglied der Lesebühne ,Schwabinger Schaumschläger Show‘ bis heute nicht nur die große Tradition des literarischen Brettls in diesem Stadtteil fort, sondern ist zugleich auch noch ein Universal-(Klein-)Künstler im besten Sinne der einstigen Schwabinger Bohème. Seine Stärke ist die kleine Form, er filtert das Skurrile im Alltag heraus und macht daraus kurze, urkomische Szenen über den Wahnsinn des normalen Lebens. Daneben ist er als Schauspieler tätig und als Sänger seiner Band ,Perlen vor die Säue‘, für die er auch textet. In jüngster Zeit tritt er auch als Autor hervor, hat zwei Romane über seine Kunstfigur ,Wildbach-Toni‘ geschrieben und zusammen mit seinem Schauspielerkollegen
Arnd Schimkat einen Roman und ein Drehbuch mit dem Titel ,Highway to Hellas‘ verfasst. Die Komödie wurde bereits verfilmt und kommt am 6. August in die Kinos. Nicht zu vergessen sind auch seine herausragende Fähigkeiten als Lebenskünstler: Wenn das nicht schwabingerisch ist!“

Die Preisverleihung findet am 30. Juni im Rahmen einer geschlossenen Veranstaltung statt.

Informationen auch unter www.muenchen.de/kulturfoerderung

 

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