Schwabinger Bombe Experten schätzen Schaden auf fünf Millionen Euro

So ging die Bombe hoch - die Explosion in Bildern! Foto: Simon Aschenbrenner, dapd

Noch immer sind Experten  in Schwabing unterwegs, um die Bombenschäden zu begutachten. Zwischen Betroffenen und Versicherungen kommt es zu absurden Situationen

Schwabing -
Erst kam der große Rumms, dann das große Aufräumen – und jetzt kommt die große Rechnung: Auf mindestens fünf Millionen Euro schätzen Versicherungsfachleute den Bombenschaden in Schwabing. Die Summe kann auch noch höher werden, denn es sind noch lange nicht alle Schäden entdeckt. Statiker und Prüfingenieure begutachten immer noch die betroffenen Gebäude: Das sind mehr als 20 im Umfeld von Feilitzschstraße, Marktstraße und Haimhauserstraße.

Allein die Versicherungskammer Bayern schätzt den Schaden an den von ihr versicherten Gebäuden auf „rund vier Millionen Euro“. Sie ist der Hauptversicherer vor Ort. Bei ihr wurden 20 zum Teil schwere Gebäudeschäden gemeldet, ein Unternehmen macht eine „Betriebsunterbrechung“ geltend – es will den Umsatzausfall erstattet bekommen. Ein anderes hat den Schaden an seinen technischen Geräten gemeldet.

Nach den ersten Durchgängen gleich nach der Explosion der Bombe in der vorigen Woche Dienstag geht es jetzt für alle an die Feinuntersuchungen. Da kommt dann zum Beispiel heraus, dass ein Aufzug verzogen ist oder augenscheinlich intakte Heizkörper doch zerstört wurden.

In etlichen Fällen wird auch hart zwischen den Versicherungen und den Betroffenen verhandelt: Ob ein Schaden nicht schon vor der Explosion bestand. Oder ob eine Tür wirklich von der Druckwelle demoliert wurde – oder sie nicht von einem Feuerwehrler eingetreten wurde („man sieht doch den Fußabdruck“).
Die Versicherungskammer Bayern bestätigt der AZ: Wenn die Feuerwehr vor der Explosion im Sicherheitsbereich eine Tür eingetreten hat, um zu sehen, ob dahinter gefährdete Personen sind, zahlt die Versicherung dafür nicht. Das sei dann eine Maßnahme der Stadt gewesen.

Die Aachen Münchener teilt mit, dass sie für die Schäden ihrer Kunden aufkommt: Unabhängig von der „grundsätzlichen Unsicherheit“, ob die Versicherung für einen Kriegsfolgeschaden aufkommen muss.

Bevor die Versicherungen zahlen, müssen die Betroffenen erstmal selbst ihre Rechnungen begleichen. Das dürfte manch einem Probleme bereiten.

 
 

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