"Schutzstreifen" mit Kuscheltieren Aktion: Kindersichere Radwege in München gefordert

Bei der Aktion am Donnerstag ausgerollt: ein symbolischer Radstreifen. Foto: Burkhard Walesch

Auf der Corneliusbrücke, wo neulich ein elfjähriger Bub auf dem Rad ums Leben gekommen ist, soll am Donnerstag symbolisch ein Radstreifen mit Kuscheltieren ausgelegt werden.

 

MünchenNach dem tödlichen Verkehrsunfall an der Kreuzung Cornelius-, Ecke Erhardtstraße haben Aktivisten des Bürgerbegehrens "Radentscheid München" am Donnerstagabend mit einer stillen Protestaktion mehr Sicherheit angemahnt. Sie rollten einen roten Radstreifen aus und markierten ihn mit ihren Kuscheltieren, um die Verletzlichkeit von Radfahrern zu symbolisieren. 

Denn an der Stelle gibt es bisher keinen Radstreifen. Die Stadt sei aufgefordert, alle Kreuzungen in München für Radelnde sicher zu machen, fordert unter anderem der ADFC München.

Die Forderungen des ADFC München sind bekannt.

  • Radverkehrsanlagen an Kreuzungen durchgängig mit Signalfarbe markieren.
  • Eine bauliche Gestaltung mit kleinen Kurvenradien zur Absenkung der Abbiegegeschwindigkeit auf möglichst Schrittgeschwindigkeit.
  • An Kreuzungen eine vorgezogene Haltelinie für Radfahrende bzw. eine um mindestens zwei Meter zurückgesetzte Haltelinie für Kfz-Lenkende.
  • Schaffen von guten Sichtbeziehungen, z.B. durch Halteverbote, wo parkende Kfz die Sicht beeinträchtigen würden.
  • Ein deutlichen Grünvorlauf getrennte Ampelschaltungen für Radfahrende, damit sie sicher und sichtbar die Kreuzung überqueren können.

Und auch die Münchner Polizei macht erneut auf die Gefahren für Radfahrer aufmerksam.

Zu der Kampagne "Fairness und Rücksichtnahme im Straßenverkehr 2019" mit mehreren Schwerpunktkontrollen zogen die Beamten am Donnerstag Bilanz: "Insgesamt wurden im Rahmen der Kampagne über 3.000 Verwarnungen gegenüber Rad- sowie Kfz-Fahrern und Fußgängern ausgesprochen", so die Polizei.

"Rund 600 Verwarnungen wurden wegen verbotswidrigem Parken auf Radwegen ausgestellt. Über 500 Radfahrer wurden als sogenannte „Geisterradler" verwarnt, was 2018 eine der Hauptunfallursachen bei Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Radfahrern war. Außerdem ahndeten die Beamten über 120 Rotlichtverstöße, begangen durch Radfahrer.

Hauptunfallursache bei  Radl-Unfällen seien 2018 auch Fehler beim Abbiegen gewesen. Der Rat der Münchner Polizei:

  • Denken Sie insbesondere im Bereich von Kreuzungen und Einmündungen an die Gefahren des „Toten Winkels“!
  • Schauen Sie insbesondere als Kraftfahrer vor dem Rechtsabbiegen wiederholt in die Spiegel, um evtl. in gleicher Richtung fahrende Radfahrer bzw. gehende
    Fußgänger rechtzeitig erkennen zu können!
  • Denken Sie als Kraftfahrzeugführer beim Rechtsabbiegen an den sogenannten Schulterblick und fahren Sie vorsichtig und umsichtig in den Kreuzungsbereich ein!
    Tasten Sie sich gegebenenfalls voran!
  • Suchen Sie als Radfahrer und Fußgänger Blickkontakt zu den Fahrern von rechtsabbiegenden Kraftfahrzeugen und stellen Sie so sicher, dass Sie wahrgenommen werden!
  • Verzichten Sie als Radfahrer und Fußgänger lieber auf ihren Vorrang, wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie der Kfz-Führer gesehen hat!

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