Schüsse im Biergarten in Garching Tote Brüder hatten Drogenkarriere hinter sich

Mit der selben Waffe haben sich die Brüder Alexander und Stefan S. im Biergarten erschossen. Die beiden waren polizeibekannt. Der Ältere hatte einen Abschiedsbrief geschrieben.

Garching -
Die beiden Männer, die sich am Montagabend vor den Augen von mehreren Polizisten in einem Biergarten in Garching erschossen haben (AZ berichtete), waren Brüder. Am Dienstag wurden nähere Details zu dem Aufsehen erregenden Doppelselbstmord bekannt.

 

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Sowohl der 25-jährige Alexander S. als auch sein Bruder Stefan (31), hatten eine „typische Drogenkarriere hinter sich“, formulierte es ein Ermittler. Der Jüngere wurde aktenkundig, weil er mit Drogen gehandelt hatte. Gegen den Älteren war wegen Diebstahls, Erwerb und Besitz von Betäubungsmitteln sowie Besitz einer verbotenen Waffe (Würgeholz) ermittelt worden.

Nach AZ-Informationen lebte Alexander S. bei seiner Mutter, sein großer Bruder wohnte bei seiner Großmutter in Garching. Die Oma verständigte im November vergangenen Jahres selbst die Polizei, weil sie bei ihrem Enkel eine Pistole gesehen hatte. Bei einer Hausdurchsuchung konnten die Polizei allerdings keine Waffe finden – dafür entdeckte sie einen Abschiedsbrief, den der 31-Jährige geschrieben hatte.

„Er wurde daraufhin in die Isar-Amper-Klinik München Ost gebracht“, so Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. Dort verbrachte er offenbar mehrere Wochen. Am Montag, gegen 20 Uhr, sah ein Zeuge zwei Männer in dem überdachten Bereich im Biergarten Mühlenpark sitzen. Der idyllische Biergarten mit 650 Plätzen (davon 200 überdacht) und 30 Jahre alten Kastanien liegt direkt am Mühlbach in Garching. Eine Besonderheit ist das alte Mühlrad am Bach. Am Montag blieb der Biergarten wegen des nasskalten Wetters geschlossen.
Der Zeuge sah, dass einer der Männer, die in der Laube saßen, mit einer Waffe herum hantierte. Er rief die Polizei.

Dann ging alles Schlag auf Schlag: Mehrere Streifenwagen fuhren in die Mühlengasse. Beamte in Zivil leuchteten mit Taschenlampe in den Biergarten. „Als sie sich den Personen näherten, hielt sich die eine die Schusswaffe an den Kopf und drückte ab“, so Kriminaldirektor Frank Hellwig am Dienstag. Die Streifenpolizisten zogen sich zurück, verständigten das Spezialeinsatzkommando (SEK). Da fiel bereits der zweite Schuss – auch der Bruder hatte sich selbst getötet.

„Es war zweifelsfrei Suizid. Es gibt nichts, das für eine Beteiligung Dritter spricht“, so Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. Woher die Waffe ( Heckler & Koch, 9 mm) kam, die auch von der Polizei benutzt wird, ist unklar.

Die Mutter der Brüder wohnt in der Straße, in der es am Samstag eine Explosion gegeben hatte. Laut einem Polizeisprecher gibt es „absolut keinen Zusammenhang“.
 

 

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