Schon wieder! Wegen Luxuswohnungen: Gleisbauarbeiten auf der Ismaninger Straße

So sah es voriges Jahr auf der Ismaninger Straße aus. Foto: ho

Erst vor einem Jahr wurde alles aufgerissen, die stark befahrene Verkehrsverbindung war monatelang gesperrt – jetzt geht es wieder los.

 

München - Ab kommendem Montag müssen die Haidhauser, die an der Ismaninger Straße wohnen, wieder mit Dreck, Baulärm und Verkehrsbeeinträchtigungen leben. Autofahrer, die diese wichtige Ostverbindung nutzen wollen, müssen einen Umweg fahren. Der Abschnitt zwischen Max-Weber-Platz und der Villa Stuck an der Prinzregentenstraße wird erneut zur Großbaustelle.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) lässt auf einer 150 Meter langen Strecke die Gleise erneuern. Erst im vergangenen Jahr waren auf der Ismaninger vom Max-Weber-Platz bis zum Herkomerplatz 2.000 Meter neue Gleise verlegt worden. Doch wer nun Pfusch am Bau vermutet, liegt falsch. "Schuld" an den Gleisarbeiten ist ein Hausbau-Projekt, das die Arbeiten in diesem Bereich 2018 nicht möglich machte.

Wegen einer Baustelle für Luxuswohnungen musste die MVG warten

In den vergangenen Tagen bekamen die Anwohner in Haidhausen und Bogenhausen per Postwurfsendung mitgeteilt, dass die Arbeiten im vergangenen Jahr wegen einer "Hochbaustelle" auf dem Abschnitt nahe des Klinikums rechts der Isar nicht ausgeführt werden konnten. Es geht um den Bau der "Troger Höfe", ein Großprojekt des Bauträgers Legat.

An dem Abschnitt, wo nun die Straße aufgerissen wird, stand früher das Hotel Prinzregent, ein familieneigener Betrieb mit 65 Zimmern. Es wurde am 29. April 2016, nach 33 Jahren Hotelbetrieb, geschlossen. Die bisherigen Eigentümer verkauften Haus und Grundstück. Das benachbarte Uni-Klinikum rechts der Isar (TU) nutzte die Gelegenheit nicht, stattdessen kaufte der Bauträger Stephan Legat (Legat Living GmbH) das Areal.

Drei Zimmer für 1,4 Millionen Euro

Das Hotel ist längst abgerissen. Nun werden an der Ismaninger Straße und dahinter im Innenhof 66 luxuriöse Zwei- bis Fünf-Zimmer-Eigentums-Wohnungen gebaut. Eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 95 Quadratmetern Größe kostete 2017 laut einer Anzeige im Internet rund 1,4 Millionen Euro. Auf der Homepage des Anbieters ist zu lesen, dass bereits alle Wohnungen verkauft sind.

Die Beeinträchtigungen durch die Gleisbaustelle wird laut MVG voraussichtlich bis 10. November dauern. Während dieser Zeit fährt die Tram 17 nur bis zum Johannisplatz.

Von dort fährt sie als 15/25 in Richtung Großhesseloher Brücke/Grünwald weiter. In Richtung Effnerplatz werden ab Max-Weber-Platz Busse (Linie 37) eingesetzt, die eine Umleitung über den Prinzregentenplatz fahren. Die Nacht-Tram 17 wird auf der gesamten Strecke durch Busse ersetzt.

 

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