Schon wieder! Bioethanol-Ofen explodiert - Mann schwer verletzt

Schauen schön aus, sind aber auch brandgefährlich: Bioethanol-Öfen. Die Feuerwehr warnt vor Fehlern beim Gebrauch. Foto: dpa/Heinze/az

Die Unfälle häufen sich, und meist sind sie schwerwiegend: Schon wieder ist ein Bioethanol-Ofen explodiert. Diesmal in Wasserburg am Inn.  Ein Mann wurde schwer verletzt.

 

Wasserburg am Inn - Es geschah am Mittwochabend: Ein 33 Jahre alter Mann war gerade dabei, seinen Bioethanol-Ofen nachfüllen, als sich die Flüssigkeit explosionsartig entzündete und es zu einer Stichflamme kam. Die Kleidung des Mannes fing sofort zu brennen an. Ebenso die Wohnzimmereinrichtung. Das berichtet die Polizei.

Die 30 Jahre alte Freundin des Wasserburgers löschte dessen brennende Kleidung mit einer Decke. Danach retteten sie sich ins Freie. Der Mann erlitt schwere Brandverletzungen und musste per Rettungshubschrauber in eine Münchner Klinik geflogen werden. Seine Partnerin wurde leicht verletzt. Die Schadenshöhe in der Wohnung beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 50.000 Euro.

Öfen sind schwer im Trend - Zahl der Unfälle steigt

Bioethanol-Öfen sind schwer im Trend und besonders in der kalten Jahreszeit sehr beliebt: Sie sorgen für gemütliche Stimmung in der Wohnung, kosten nicht viel und brauchen keinen Schornstein.

Doch immer wieder kommt es zu schweren Explosionen durch die Öfen, weil die Benutzer Fehler beim Befüllen gemacht haben. Erst im Januar wurde ein Mann in Bogenhausen schwer und dessen Frau leicht verletzt, in ihrer Wohnung brach ein Feuer aus (AZ berichtete). Einen ähnlichen Fall gab es zuletzt in Altperlach, aufgrund dessen zwei Menschen starben, sowie kürzlich zwei Fälle in Dachau und Sulzbach-Rosenberg (Oberpfalz).

Die Verbrennungen, die bei Unfällen mit Bioethanol-Ofen entstehen, sind Unfallmedizinern zufolge besonders tief und ausgedehnt. Denn zündendes Ethanol kann Temperaturen von knapp 400 Grad erreichen.

Das rät die Feuerwehr zum Umgang mit Bioethanol-Öfen

Prüfen Sie gründlich, wo offenes Feuer in Ihrem Haushalt gefahrlos möglich ist. Leben bei Ihnen kleine Kinder oder Haustiere, achten Sie besonders darauf, dass die Brennstelle sicher ist!

Kann das Gerät umgestoßen werden? Sind brennbare Stoffe in unmittelbarer Nähe, beispielsweise Tischdecke oder Teppich?

Passen Sie bei Wandgeräten auf, dass sie sicher befestigt sind und nicht die Tapete entzünden können. Lassen Sie zudem das Ethanol-Gefäß nicht neben dem brennenden Kamin stehen.

Schauen Sie in der Dokumentation Ihres Kamins nach, wie viel Bioethanol die Brennwanne fasst und wie lange Sie nach dem Erlöschen der Flammen warten müssen, bis Sie das Gerät wieder befüllen können. Steht dazu nichts in der Beschreibung, informieren Sie sich beim Hersteller oder Ihrem Händler.

Füllen Sie auf keinen Fall mehr Bioethanol in Ihren Kamin als vom Hersteller empfohlen. Insbesondere ein Nachfüllen im erhitzten Zustand des Ofens führt immer wieder zu schweren Unfällen.

3 Kommentare