Schon eine Tote und zwei Verletzte Kuh-Attacken: So wandern Sie sicher

Kühe sind neugierig - und können gefährlich werden, wenn sie sich bedroht fühlen. Foto: srt

In den Tiroler Alpen haben Kühe innerhalb kürzester Zeit eine 45-Jährige getötet und zwei Wanderer schwer verletzt. Worauf Sie beim Bergsport achten sollten - auch in Bayern.

München / Innsbruck -  Drei Mal innerhalb weniger Wochen haben Kühe in den Alpen Menschen angegriffen: Ende Juli wurde im Stubaital eine Deutsche (45) von einer Herde zu Tode getrampelt. Die Tiere hatten es vermutlich auf den angeleinten Hund der Wanderin abgesehen.

Vergangenen Freitag attackierten etwa zehn Rinder einen 68-Jährigen, der mit seinem Husky am Hohen Veitsch in der Steiermark unterwegs war und verletzten ihn schwer. Am Sonntag erwischte eine Kuh an der Reitherjoch-Alm bei Seefeld (Tirol) eine 46-Jährige mit dem Horn am Gesäß.

Die Landwirtschaftskammer Tirol reagiert nun mit der Infobroschüre „Eine Alm ist kein Streichelzoo“, in der Experten Verhaltenstipps für tierische Begegnungen am Berg geben:

* Treffen Sie auf Mutterkühe mit Kälbern, sollten sie besonders vorsichtig sein und die Kleinen auf keinen Fall zu streicheln versuchen. Denn die Muttertiere verteidigen ihren Nachwuchs instinktiv.

* Gehen Sie ruhig, mit einem Abstand von 20 bis 50 Metern am Weidevieh vorbei, erschrecken Sie es nicht, schauen Sie ihm nicht direkt in die Augen. 

* Wenn eine Herde bereits unruhig wirkt, oder Stiere dabei sind, ist Distanz um so wichtiger. Ein Umweg kann durchaus ratsam sein.

* Beobachten Sie die Rinder genau. Wenn Kühe drohen, fixieren sie ihr Gegenüber, heben und senken den Kopf, gehen dabei leicht in die Knie und schnauben. Bevor sie losrennen, machen sie meist ein paar langsame Schritte in Richtung ihres vermeintlichen Gegners. Auch Scharren und Brüllen signalisiert, dass die Stimmung gerade gekippt ist.

* Leinen Sie Ihren Hund an, damit er die Kühe nicht jagt. Binden Sie ihn sofort ab, wenn die Rinder angreifen. Kühe sehen in ihm einen potenziellen Feind und werden höchstwahrscheinlich ihn verfolgen – nicht den Halter, der währenddessen den Gefahrenbereich verlassen kann. Keine Sorge: Hunde sind in der Regel schnell genug, um zu entkommen.

* Bewahren Sie Ruhe, wenn es trotz allem zu einer gefährlichen Situation kommt. Kehren Sie den Tieren jedoch nicht den Rücken zu, während Sie langsam die Weide verlassen.

* Kühen mit einem Stock vor der Schnauze herumzufuchteln, bringt nichts. Versetzen Sie dem Rind im Notfall einen gezielten Schlag auf die Nase, um es abzuwehren.

Josef Wasensteiner vom Bayerischen Bauernverband vermutet, dass sich die Zwischenfälle häufen, weil in den Alpen aufgrund des Wandels in der Milchwirtschaft immer mehr Mutterkuh-Herden grasen. „Die Alten beschützen natürlich ihre Kälber“, sagt er. Belegen lässt sich die Zunahme von Unfällen aber nicht. „Es gibt dazu keine Statistik“, sagt Josef Wasensteiner.

Trotzdem hat er bereits Verbindung zu den Österreichern aufgenommen. „Mal sehen, ob wir diesen Flyer abkupfern dürfen.“

Auf der Homepage der Landwirtschaftskammer Tirol kann das Flugblatt "Eine Alm ist kein Streichelzoo" kostenlos (und in mehreren Sprachen) heruntergeladen werden. 

 

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