Schokoladen, Taschen und Bier Weihnachten Last Minute: Handgemachte Geschenke von Herzen

Schokolade selbst machen im "Frogis"-Laden von Jil Linnemann: Geht schnell und ist persönlicher als etwa eine Packung Pralinen. Foto: Daniel von Loeper

 Nicht einmal mehr eine Woche bis Weihnachten – und jetzt soll noch etwas Besonderes her? Hier drei Ideen von Münchner Jungunternehmen, mit denen Sie etwas Schönes unter den Baum bringen

Der Endspurt ist angebrochen. Nicht einmal mehr eine Woche ist Weihnachten, noch sechs Tage, um genau zu sein. Und obwohl man den Liebsten so gern etwas Besonderes schenken wollte, blieben die Geistesblitze aus. Und jetzt? Wir stellen Ihnen drei Münchner Jungunternehmen vor, die Ihnen dabei helfen, noch schnell ein kreatives und individuelles Geschenk auf die Beine zu stellen.

Jil Linnemann hat in ihrem Frozen-Yoghurt-Laden „Frogis“ die „Schoki-Faktur“ eingerichtet. Die Idee ist so einfach wie genial: Hier kann jeder Kunde mit einer Reihe von Toppings individuell seine eigene Schokoladentafel verzieren, wie sonst im Laden in der Stachus-Passage die Frozen-Yoghurts. Mit bunten Smarties und einer kleinen Kerze zum Aufstecken wird ein netter Geburtstagsgruß draus, jetzt, zu Weihnachten, gehen die kleinen Tannenbäumchen und Nikoläuserl aus Zuckerguss gut, die Mini-Zimtsterne, Schnee in Form von Kokosflocken oder Mini-Marshmallows und natürlich der „Fröhliche Weihnachten“-Schriftzug.

„Manche Leute haben es wirklich drauf, da kommen kleine Kunstwerke raus – bei anderen hofft man, dass es trotzdem schmeckt“, sagt Linnemann. Wer sich die kreative Ausgestaltung seiner Tafel nicht ganz allein zutraut, dem geht die 29-jährige Chefin gern zur Hand – etwa bei der Erstellung eines Smartie-Schriftzugs, der sich beim Selbsttest als gar nicht so einfach erweist.

Die Schokolade ist Fair Trade gehandelt und wahlweise weiß oder Vollmilch. Sie kommt noch flüssig in eine Tafelform gegossen zum Kunden, der sie dann mit seinen ausgewählten Toppings belegt. Eine halbe Stunde dauert es etwa, bis die Schokolade fest und fertig zum Mitnehmen ist. Ab 3,90 Euro kostet eine Tafel Schokolade mit normalen Toppings – wer ausgefallenere Zuckerkreationen möchte, zahlt 0,50 bis 1 Euro pro Extra.

Weil „Frogis“ eine Gastronomie ist, ist der Laden in dem Sonnenstraßen-Strahl der Stachuspassagen auch am Sonntag geöffnet, von 13 bis 19 Uhr; an Heiligabend ist von 10 bis 14 Uhr geöffnet.

Taschen

„Sueco“ ist eine Mischform aus den lateinischen Wörtern für „Leder“ und „nähen“, und dieser Firmenname beschreibt schon fast, was die Herren Julio Brinkmann, Gabriel Czembor und Max Dech anbieten: Leder, um Taschen selbst zu nähen. In ihrer Giesinger Werkstatt wickeln sie derzeit täglich Garn auf und füllen Kleber ab, um all die Sets fertigzustellen, die bis Weihnachten beim Kunden ankommen sollen.

Ihre Idee: Sie bieten komplette Sets inklusive Wekzeug an, mit denen sich eine hochwertige Ledertasche einfach selbst nähen lässt. Das ist persönlicher als einfach nur gekauft, und der Schenkende hat auch noch Arbeit investiert – von einer Stunde für eine einfache Handyhülle wie „Candid“ bis zu einem Tag für den Kassenschlager, Handtasche „Barer“ (im Bild).

„Auch Männer, denen das die Freundin nicht unbedingt zugetraut hätte, bringen so ein echt schönes, selbstgemachtes Geschenk zustande“, sagt Brinkmann. So sind die drei auch auf ihr Geschäftsmodell gestoßen: Gabriel Czembor wollte seiner Freundin zu Weihnachten eine schöne Ledertasche schenken, erschrak aber über die Preise in einschlägigen Läden. Also fragte er in einem Ledergeschäft nach, ob sich so eine Tasche nicht selbst nähen ließe: Dort versorgte man den Studenten mit dem nötigen Material, und die Freundin freute sich sehr über das Ergebnis.
 

Zwischen 30 und 95 Euro kosten die Sets. Sie lassen sich online über sueco.de bestellen, der Laden in der Untere Grasstraße 5 ist bis Weihnachten Mo, bis Fr. von 16 bis 20 Uhr, Sa. 12 – 20 Uhr und an Heiligabend von 8 – 16 Uhr geöffnet.

Bier

Bier zu Weihnachten verschenken? Das müsste schon ein besonders Edles sein. Oder eben ein Selbstgemachtes. Sowas gibt’s? Ja, seit Wolfgang Westermeier (25), Ping Lu (25) und Dominik Gruber (27) letztes Jahr das „Braufässchen“ für den Heimgebrauch erfunden haben.

Der Beweggrund: Sie ärgerten sich über das Reinheitsgebot, das ihrer Meinung nach die Entwicklungsmöglichkeiten und die Geschmacksvielfalt des Bieres einschränkte. Und sie fanden eine Möglichkeit, es zu umgehen: Den Konsumenten zum Brauer zu machen. Der Kunde kann sich also auf der Homepage www.braufaesschen.com eine Kreation zusammenstellen: Weißbier mit Bourbon, Dunkles mit amerikanischem Eichenholz und Honig, IPA Lemongrass zum Beispiel – das Fass, die Zutaten und alle sonstigen Utensilien schickt ihm die Braufässchen-Team nach Hause.

Bis spätestens Freitagvormittag muss unter www.braufaesschen.com bestellt werden, damit das Fass rechtzeitig zu Heiligabend da ist (ca. 29 bis 35 Euro). Entweder der Schenkende setzt das Bier noch selbst an, eine Woche braucht das Fassl, bis es fertig ist – oder er schenkt, fast netter, den Brauspaß gleich mit dazu.

 

0 Kommentare