Schöne Münchnerin 2019 Iracema Scharf: Beach- und Sportswear "Made in Brazil"

Seit 2014 vertreibt Iracema Scharf unter ihrem gleichnamigen Label farbenfrohe Bikini- und Sportoutfits "Made in Brazil". Foto: Iracema Scharf

Die brasilianische Designerin setzt mit ihren ausgefallenen Kollektionen farbenfrohe Akzente bei der Schönen Münchnerin. Im AZ-Interview spricht sie über ihre modischen Wurzeln, Leidenschaft und unrealistische Schönheitsideale.

 

AZ: In der brasilianischen Literatur ist Iracema die Göttin des Wassers und der Flüsse - Passt gut zu Beachwear, oder?
IRACEMA SCHARF: Absolut! Das ist aber eher ein netter Zufall. Ich habe das Label nach mir selbst benannt, weil mein Name gut symbolisiert, was die Mode darstellen soll: Iracema ist ein richtig brasilianischer Name. Und mein deutscher Nachname erklärt sich eigentlich von selbst. Deshalb auch die Chilischote im Logo (lacht). Insofern ist das genau die richtige Mischung aus deutsch und brasilianisch.

Wie genau bist du zur Mode gekommen?
Das ging ganz von alleine. Meine Mutter ist Näherin und ich saß damals immer bei ihr unter dem Nähtisch. Die heruntergefallenen Stoffreste habe ich dann aufgesammelt und daraus Bikinis für alle meine Puppen gemacht. So habe ich mich in Stoffe verliebt! Ich habe auch nur Bikinis gemacht. Die waren schon immer mein liebstes Kleidungsstück. Ist ja auch klar, ich bin in Recife aufgewachsen - an der Küste und nahe am Strand. Dementsprechend habe ich fast meine ganze Jugend im Bikini verbracht.

Was ist das Besondere an deinen Kollektionen?
Als ich 1997 nach Deutschland kam, habe ich die Bademode als sehr konservativ empfunden. Farbenfrohe und exotische Looks gab es kaum. Das fand ich schade, deshalb habe ich die Outfits, die ich gerne tragen wollte einfach selbst entworfen. 2014 habe ich schließlich meinen Traum wahr werden lassen und ein eigenes Label gegründet. Das Witzige ist, dass man hierzulande beim Baden oft nackte Menschen sieht. Wenn die Leute aber etwas anhaben, dann ist meistens sehr viel verdeckt.

In Brasilien ist Nacktbaden verboten, die Bikinis bedecken dafür nur das Nötigste (lacht). In dieser Hinsicht komme ich den deutschen Gewohnheiten auch entgegen. Meine Teile sind nicht ganz so knapp, wie es in Brasilien üblich ist. Inzwischen hast du auch Sportswear-Kollektionen im Angebot. Ich bin selbst leidenschaftliche Sportlerin, gebe Zumba-Unterricht und laufe drei Mal die Woche im Olympiapark. Beim Laufen kam mir auch die Idee dazu: Hey, du hast ein Modelabel - warum machst du nicht auch noch Sportswear (lacht)?

Was verbirgt sich hinter deinem erklärten Qualitätsanspruch "Made in Brazil"?
Es ist mir wichtig, dass meine Teile zu fairen Konditionen und ohne jegliche Ausbeutung produziert werden. In Brasilien ist das Nähen Familiensache und durch meine Mutter sitze ich ohnehin an der Quelle. Ich weiß also genau, von wem und wie meine Kollektionen hergestellt werden. Dementsprechend verstehen die Leute, die meine Mode herstellen auch ganz genau, worum es geht.

Findet in deinem Laden jede Frau etwas Passendes oder beschränkst du dich auf bestimmte Größen?
Ich achte sehr darauf, dass jede Frau meine Mode tragen kann. Egal ob Größe S oder XL. Bei der letzten Modenschau hatte ich zum Beispiel ein Plus-Size Model dabei. Die bekam vom Publikum am meisten Applaus, weil sie so eine unglaublich sympathische Ausstrahlung hatte. Und gerade deshalb hat sie auch super zu meinen Sachen gepasst. Jede Frau ist auf ihre eigene Art und Weise hübsch. Ganz abgesehen davon ist Schönheit bei weitem nicht alles im Leben.

Die deutsch-brasilianische Beach- und Sportswear gibt es sowohl online unter iracemascharf.com, als auch in ihrem Shop in der Leopoldstraße 116 zu kaufen.

Alle Outfits von der Fashionshow sehen Sie in unserer Bilderstrecke

 

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