Schock für Schauspielerin Krebs-Diagnose bei Doris Gallart: Ich will keine Chemo

Unerschütterliche Optimistin: Doris Gallart, TV-Star und Synchronsprecherin (u. a. Vanessa Redgrave). Foto: Erwin Schneider/Schneider-Press

Nach dem plötzlichen Tod ihres geliebten Mannes Herbert Bötticher († 79) ist die Schauspielerin Doris Gallart krank geworden: Sie hat Krebs – und möchte trotzdem ihr Leben genießen dürfen.

 

München -  Zur Premiere in der Komödie im Bayerischen Hof gibt es wie so oft: Applaus, Blumen für die Hauptdarsteller, Getränke für die Promi-Gäste, dazu eine ausgelassene Stimmung.

Das Theaterstück heißt "Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit" – und diese liefert auch prompt Komödien-Stammgast Doris Gallart (82, "Soko", "Hubert und Staller"). Auf die vermeintlich harmlose Frage, was ihr denn passiert sei, dass sie an einem Stock gehen müsse, antwortet sie: "Weil ich Knochenkrebs habe."

Gallat über Chemo: "Fühlte ich mich kränker als jemals zuvor"

Vielleicht liegt es an der Ballett- und Pantomime-Ausbildung oder an ihrem unerschütterlichen Optimismus, dass sie den Stock nicht als Feind sieht, sondern grazil um ihn herumtänzelt. Auch wenn sie gebeugt gehen muss, bleibt sie eine aufrechte Frau, die in der Komödie eine kleine Show abliefert, weil ihr ganzes Leben dem Theater gehörte. Und diesem Mann: Mit Herbert Bötticher († 79, "Ich heirate eine Familie") war es die große Liebe. Sie arbeiteten zusammen fürs Theater und Fernsehen, bei Proben in Düsseldorf fand sie ihn morgens tot im Bett.

Das ist fast zehn Jahre her – und Doris Gallart vermutet, dass der Tod ihres geliebten Herbert der Auslöser für ihre Krankheit war. Der Brustkrebs, den sie zuvor hatte, galt als erfolgreich operiert und entfernt. "Doch der hatte wohl gestreut", sagt sie jetzt mit fester Stimme.

Um den Knochenkrebs zu bekämpfen, begann sie mit einer Chemotherapie. "Aber damit fühlte ich mich kränker als jemals zuvor." Im vollen Bewusstsein auf die Konsequenzen brach sie die Chemo ab. "Was nutzt es mir, zwei Jahre länger zu leben, wenn ich keine Lebensqualität mehr habe?", fragt Doris. Und liefert die Antwort, ohne sie aussprechen zu müssen. Sie lächelt und tänzelt mit dem Stock davon.

 

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