Schmuggel-Ware wird eingeflogen JVA Stadelheim wehrt sich gegen illegale Drohnen

Drohnenabwehr für die JVA Stadelheim geplant. Foto: dpa

Gegen Drogen-, Waffen- und Handyschmuggel: Der Freistaat will das Gefängnis besser vor Flugobjekten schützen.

München - Ein Handy für die Kontaktpflege mit anderen Kriminellen, Drogen für einen lukrativen Handel hinter Gittern oder sogar eine scharfe Waffe – und das alles vom Himmel gefallen: Im Zeitalter von Drohnen, die Gegenstände transportieren können, sind dies längst keine Film-Fantasien mehr.

31 Drohnen vor Gefängnissen gesichtet

Zeitweise fast jede Woche werden unbekannte Flugobjekte in der Flugverbotszone über deutschen Justizvollzugsanstalten (JVA) gemeldet. In Bayern wurden zwischen 2015 und 2017 insgesamt 31 unbemannte Flugkörper im Bereich von Gefängnissen gesichtet. Nun will der Freistaat an zunächst acht bayerischen Haftanstalten Drohnenabwehr-Systeme testen, darunter in Stadelheim, Landsberg am Lech und Straubing. Kosten: rund zwei Millionen Euro. Das Projekt soll in der zweiten Jahreshälfte starten.

Allein in der JVA Landsberg wurden bis September 2016 neun Fälle bekannt. Das berichtete das Justizministerium auf Anfrage des bayerischen SPD-Landtagsabgeordneten Herbert Kränzlein. Am Tag, nachdem über der JVA Landsberg eine Drohne gesichtet worden war, fand das Wachpersonal ein Päckchen mit Smartphones auf dem Gelände.

Immer wieder werden auch nur die abgeworfenen Gegenstände entdeckt und nicht die Flugobjekte. Deshalb gibt es schon seit 2016 die Anweisung, dass vor dem Hofgang der Häftlinge die zugänglichen Freiflächen abgesucht werden.

Anti-Drohnen-Systeme werden eingesetzt

Welche Anti-Drohnen-Systeme in Bayern eingesetzt werden, ist noch unklar. Das frühzeitige Erkennen der unbemannten Flugobjekte und die Alarmierung des Wachpersonals ist der eine Aspekt. Was mit der Drohne geschieht, der andere. Beim sogenannten Jamming werden die Funksignale zwischen Pilot und Drohne gestört und die Drohne zum Landen gezwungen.

Bei einem anderen System werden die Mini-Flieger per Radar erfasst und mit Gummikugeln abgeschossen. Für Berlin-Moabit wurde sogar diskutiert, den Gefängnishof mit einem feinmaschigen Netz zu überspannen. Dagegen sprach: zu teuer.

 

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