"Schmerzhafte Grenzüberschreitung" Wie geht es weiter mit dem Echo? Der erste Sponsor ist abgesprungen

Keine gute Zeit für den Musikpreis Echo: Nun ist mit dem Safthersteller Voelkel der erste Sponsor für die Veranstaltung abgesprungen.

 

Der Antisemitismus-Skandal rund um den Echo 2018 hat die deutsche Musikpreisverleihung in eine Krise gestürzt. Nachdem Stars wie Marius Müller-Westernhagen (69) aus Protest ihre Trophäen zurückgegeben haben, ist nun auch der erste Sponsor des Events abgesprungen. Die Naturkostsafterei Voelkel wird in Zukunft nicht mehr involviert sein.

In einem Statement teilte das Unternehmen mit: "Nach der Preisvergabe des Echos an das Rapper-Duo Kollegah und Farid Bang, das in einem prämierten Song auf beschämende Weise Vergleiche zu Opfern des Holocausts zieht, stellt das Unternehmen das Sponsoring der Veranstaltung ein."

"Schmerzhafte Grenzüberschreitung"

Man distanziere sich so von den künstlerischen Inhalten der umstrittenen Preisträger ebenso wie vom Prozedere der Preisvergabe. Es folgen harte Worte: "Auch wenn die antisemitische Provokation nach Aussagen der Künstler als solche nicht gemeint sei und nur als Stilmittel zur Erzeugung effizienter Battle-Rap Zeilen zum Einsatz kam, wurde aus künstlerischer Freiheit und schlichter Geschmacklosigkeit hier eine schmerzhafte Grenzüberschreitung."

Man befürworte allerdings die vom Bundesverband der deutschen Musikindustrie angekündigten Neuerungen, was die Vergabe des Echos anbelangt.

Weitere große Sponsoren der Veranstaltung sind die Biermarke Köstritzer, Autohersteller Škoda und Amazon Music. Köstritzer-Chef Stefan Didt sagte der "Bild"-Zeitung: "Von jeglichen antisemitischen Äußerungen distanzieren wir uns ganz deutlich. Wir begrüßen sehr, dass die Veranstalter die Preisverleihung überarbeiten werden." Škoda verfährt ähnlich: "Sollte uns das Ergebnis nicht überzeugen, werden wir den bestehenden Vertrag auf jeden Fall nicht fortführen", wird ein Sprecher zitiert.

 

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