Schlechtes Wetter, großer Sport Renntag der Abendzeitung: Petrus, wir müssen reden!

An alle 2.000 Zuschauer, an den Galopprennverein München-Riem mit Geschäftsführer Horst Lappe und natürlich auch an alle Rennpartner ein herzliches Dankeschön fürs Dabei sein – trotz der Unpässlichkeit des Wetterbeauftragten! Foto: Philipp Maier

Trotz strömenden Regens fanden sich 2.000 Besucher zum Renntag der Abendzeitung ein. Sie sahen "Be Sweet" als strahlenden Sieger des AZ-Preises und weitere sieben spannende Rennen.

 

Gut, mit über 2.000 Jahren darf man auch mal als Himmelspförtner vergesslich sein. Trotzdem, lieber Petrus: Ausgerechnet am Sonntag, dem Renntag der Abendzeitung (und Tag des offenen Denkmals noch dazu!), gleich morgens alle Tore zu öffnen und dann den ganzen Tag nicht daran zu denken, sie wieder zu schließen – das war nicht sehr nett.

Perfekte Rennbedingungen dank Mustafa und Team

Andere Galopprennbahnen hätten bei so widrigen Bedingungen wie am Sonntag vielleicht ein Problem. Aber so zeigte der Dauerregen wieder einmal, dass das Geläuf in München-Riem zu den besten der Welt gehört. Dafür verantwortlich ist Mustafa Türk. Seit vier Jahrzehnten kümmert er sich um den Rasen – immer darauf bedacht, dass die Grasnabe möglichst schonend behandelt wird: "Wenn die Bahn das ganze Jahr in einem guten Zustand ist, kann sie auch mal mit mehr Regen umgehen, die Bodenverhältnisse sind trotzdem immer gut", erklärt Türk.

Faire Rennen und Partner, die den Regen sportlich nahmen

Aufgrund ihrer Anlage und Größe gilt die Rennbahn in Riem als exzellent und als eine der fairsten in Europa: Die Zielgerade ist sehr breit, somit bietet sie für alle Pferde ausreichend Platz – Behinderungen sind eher selten. So war auch am Renntag der Abendzeitung trotz der unwirtlichen Bedingungen guter Sport geboten. Nach dem ersten Rennen – dem "Die Schöne Münchnerin"-Rennen – freute sich Michael Figge über den Erfolg von "Prince Oliver", der die Gegner unter Wladimir Panov hinter sich gelassen hatte.

Dahinter hatte "Night Fever", die klare Favoritin des Rennens, leichtes Spiel um Platz zwei. Rang drei sicherte sich im Kampf "Magic Baron", der "Patchouli" und "Nordic Oak" noch abfangen konnte. Zum Seriensieger avancierte "Maradan" unter Andrew Breslin im Automag-Rennen. Der Wallach mit Trainer John Hillis bewies einmal mehr seine ausgezeichnete Form: Mit vier Längen gewann er schließlich gegen den lange Zeit führenden Nic Mountain. Rang drei holte sich "Action Pure", die "Lovelett" knapp in die Schranken weisen konnte. Das Radlbauer-Rennen gewann Stall Salzburgs dreijähriger "Soho", der von Sarah Steinberg trainiert wird. In einem spannenden Zweikampf liefen "Soho" und die Debütantin "Isaura" lange Zeit Kopf an Kopf.

Erst auf den letzten Metern gelang es dem Schimmel, sich bei seinem zweiten Start den ersten Sieg zu sichern. Hinter "Isaura2 holte sich der durch einen Zwischenangriff in Front gezogene "Gallardo" den dritten Rang vor Trainingsgefährtin "Daily Delight". Im British.Cars-München-Rennen galoppierte "Lady Vivian" unter Sarah Biessey zum Sieg. Beide waren zuletzt in Baden-Baden erfolgreich. In München siegte "Lady Vivian" überlegen mit neun Längen – trotz eines rutschenden Sattels.

"Montepulciano" holte sich den Ehrenplatz, "Golden Princess" eroberte von weit hinten noch Rang drei. Beim Preis der Baywobau gab es durch "Open Sea" einen weiteren Treffer für Stall Salzburg und Sarah Steinberg sowie Jockey Rene Piechulek: "Open Sea" setzte sich erfolgreich gegen "Wynono" durch, der lange Zeit dagegen gehalten hatte. Dritter wurde "My Madeleine". Siegerin des Preises der Abendzeitung wurde "Be Sweet", eine fünfjährige Stute aus dem Stall von Hans-Jürgen Gröschel in Hannover, mit Jockey Vinzenz Schiergen.

"Be Sweet" gewann mit drei Längen vor "Storyinword" und "Dioresse", die auf den Plätzen zwei und drei landeten. Das Rindchen’s-Weinkontor-Rennen über 2.200 m endete mit einem Erfolg von "Cabo Real", der mit Bauyrzahn Murzabayev im Einlauf an den führenden Pferden vorbei ging und zu einem leichten Sieg über den stark nachsetzen "Ballydoyl"e und die lange führende "Donna Leon" kam. Zum Abschluss siegte Kevon Woodburn mit "Silver Silk": Deutschlands ältester Amateur zeigte wieder einmal, dass er als Reiter noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

"Silver Silk" kam gerade noch rechtzeitig auf, um "Ferragosta" abzufangen: Die hatte trotz Top weight bis kurz vor der Linie die Führung inne. Rang drei ging dahinter an "Baker Man".

 

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