Schlecht für das Stadtklima In München verschwinden jedes Jahr 2.000 Bäume

Ein Mann fährt in München mit einem Fahrrad durch einen Park. Foto: Sven Hoppe/dpa

Zum Tag des Baums pflanzt die Stadt symbolisch 20 Tannen. Doch insgesamt wird das Grün in München von Jahr zu Jahr weniger.

München - Interessante Zahlen hat die Kommunalreferentin Kristina Frank (CSU) dabei, als sie am Mittwoch im Wald gegenüber der Haderner Gaststätte Waldheim über die Wichtigkeit der Bäume für das Münchner Stadtklima spricht. "Eine Million Setzlinge hat München in den letzten zehn Jahren gepflanzt, abzüglich der gefällten", sagte sie, "München hat insgesamt 5.000 Hektar Wald. 2.400 Hektar davon sind Stadtwald."

Um diese Zahlen zu erweitern, hat sich Frank mit "Plant For The Planet" verbündet, der Organisation, die der junge Felix Finkbeiner (21) mit neun Jahren ins Leben gerufen hat. Damals wurde München 850 Jahre alt und der kleine Felix pflanzte seinen ersten Baum.

München hat 2.400 Hekar Stadtwald

Finkbeiner steht am Mittwoch ebenfalls im Wald neben Frank im Münchner Südwesten. Seine Begeisterung kennt seit seiner ersten Pflanzung keine Grenzen. "Bäume sind magisch", sagte er und sieht in ihnen eine Lösung gegen eine drohende Klimakatastrophe: "Sie speichern CO2 und können die Klimaerwärmung der Zukunft regulieren", erklärt Finkbeiner. Schließlich sei der weltweite CO2-Ausstoß seit den 90er Jahren dramatisch gestiegen. "Das ist doch auch der Grund dafür, warum die ganzen Schüler demonstrieren. Junge Menschen haben das Vertrauen in die Politik zurecht verloren", sagt Finkbeiner.

"Plant For The Planet" ist mittlerweile eine weltweite Organisation mit 70.000 Mitgliedern in 70 Ländern. Seit 2006 wurden durch ihre Initiative schon mehrere Millionen Bäume gepflanzt. Aber das sei noch nicht genug: "Weltweit stehen etwa 3.000 Milliarden Bäume", sagt Finkbeiner, "und so weit wir berechnet haben, ist noch Platz für weitere 1.000 Milliarden Bäume." Sie ergänzend zu pflanzen sei besonders wichtig, denn: "Prognosen zufolge wird sich die Bevölkerung von Afrika verdoppeln. Was das für die jährliche CO2-Bilanz bedeutet, kann man ja erahnen."

München verliert jährlich etwa 2.000 Bäume

Gemeinsam mit Montessori-Schülern pflanzten Frank und Finkbeiner daher 20 weiße Tannen unter der Aufsicht von Wolfgang Metz, stellvertretender Forstamtsleiter der Stadt München. Er unterstützt die Aktion: "Immer wenn ich Schulkinder durch den Wald führe, sage ich einen Spruch auf", erzählt Metz, "zu fällen einen Baum, braucht es fünf Minuten kaum, zu wachsen, bis man ihn bewundert, bedenke, braucht es ein Jahrhundert."

München verliert jährlich etwa 2.000 Bäume. Bauherren lassen sie oft illegal fällen, weil sie stören und die Strafen häufig gering sind. Hier hat Frank Ideen: "Man muss über die Höhe der Bußgelder diskutieren", sagt Frank, "aber das darf nicht die Hemmschwelle sein. Die bessere Hemmschwelle ist, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was man dem Stadtklima eigentlich antut, wenn man einen Baum fällen lässt."

 

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