Schlagersänger Heino würde Rammsteins "Sonne" auch in der Kirche singen

Mit Cover-Versionen deutscher Rockbands ist Heino vor kurzem wieder ganz groß ins Business eingestiegen. Bedenklich findet die Volksmusiklegende die Texte von Gruppen wie Rammstein oder Oomph! nicht: Er würde Rammsteins "Sonne" sogar in der Kirche spielen. Weniger gut zu sprechen ist Heino hingegen auf seine Schlagerkollegen.

 

Berlin - Mit einem ungewöhnlichen Schachzug hatte sich Volksmusik-Held Heino (74) Anfang des Jahres wieder ins Gespräch gebracht: Er coverte reihenweise Songs aktueller Rock-, Pop- und Metalbands. Anders als man meinen sollte, hat der Altstar keine Berührungsängste auch mit eher düsteren Songtexten: "Die neuen Titel sind jetzt die Volkslieder der jungen Generation", findet Heino, wie er nun dem "Tagesspiegel" verriet. Er könne sich sogar durchaus vorstellen, Rammsteins Hit "Sonne" bei bevorstehenden Kirchenkonzerten im Herbst zum Besten zu geben.

"'Hier kommt die Sonne' kann man da schon singen", sagte Heino. "Der Text ist einwandfrei, die Melodie ist einwandfrei. Man darf nur nicht mit großen Orchestern arbeiten, sondern das muss so arrangiert werden, dass es für die Kirche passt". Auch den Oomph!-Hit "Augen auf!", in dem es heißt "Und ich höre deinen Atem und ich rieche deine Angst", findet der 74-Jährige durchaus okay: Die "jungen Leute" machten sich schließlich "auch nicht den Kopf, was mit dem Text gemeint ist, ob da einer böse ist, oder so. Die wollen Spaß haben."

In dem Interview mit dem Blatt sprach Heino auch über den vielbeachteten gemeinsamen Auftritt mit Rammstein beim Wacken-Festival. Seiner Schilderung nach ließ Sänger Till Lindemann durchaus eine fürsorgliche Seite erkennen. "Heino, auf der Bühne stehst du immer neben mir, und wenn ich einen Meter zurückgehe, dann gehst du auch schnell einen Meter zurück", habe der Rammstein-Sänger erklärt, um seinen Bühnengast vor heißen Feuerfontänen zu warnen.

Wesentlich weniger gut zu sprechen ist Heino auf seine Kollegen aus dem Schlagerbereich. Er habe in seinem Job als Volksmusik-Sänger keine Freunde, sagte er. Zwar hätten ein paar Bekannte angerufen, um zum Erfolg der jüngsten Platte zu gratulieren. "Aber in Wirklichkeit sagen die sich doch 'Dieser Drecksack, der hat so viel Erfolg, warum bin ich nicht auf die grandiose Idee gekommen?'", ist sich Heino sicher.

 

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