Schlager-Star fordert mehr Toleranz Udo Jürgens denkt über Sterbehilfe nach

Udo Jürgens bei der Preisverleihung von "Mein Star des Jahres 2014" in Hamburg Foto: ddp images

Das Leben des Udo Jürgens erstrahlt auf allen Partys zu seinem anstehenden 80. Geburtstag in hellem Glanz. Aber der Bühnen-Profi kennt auch die Schattenseiten des Daseins und beschäftigt sich mit dem Thema Sterbehilfe und seiner Patientenverfügung.

 

Dass der Schlager-Star Udo Jürgens (79, "Der Mann ist das Problem") am 30. September seinen 80. Geburtstag feiern darf, macht ihn nicht nur dankbar, sondern auch nachdenklich: "Ich glaube, das Leben ist ein Geschenk, das wir bekommen haben und das wir auch zurückgeben dürfen. Etwa wenn es nicht mehr würdevoll gelebt werden kann", sagt der Ausnahme-Künstler der Zeitschrift "Hörzu" in einem Interview anlässlich der TV-Dokumentation "Der Mann, der Udo Jürgens ist", die am 29. September um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird.

Jürgens beschäftigt sich mit den ethischen Aspekten der Sterbehilfe - und denkt dabei nicht zuletzt an sich selbst: "Sollte ich je so schwer erkranken, dass mein Verstand nicht mehr funktioniert, hoffe ich, es möge dann mehr Toleranz dafür geben, dass es unter der Mitwirkung von Ärzten möglich ist, den letzten Wunsch eines Einzelnen zu erfüllen." Denn als "Darwinist", als welcher sich der gebürtige Kärntner bezeichnet, beobachtet Jürgens kritisch wie "Religionen die Hilflosigkeit ausnutzen", die die gesellschaftliche "Ratlosigkeit" zu diesem Thema hinterlässt.

"Für Gespräche über den Tod suche ich Kontakt zu Philosophen, Wissenschaftlern und Buchautoren", erklärt Jürgens. Und: "Alles, was man vorsorglich tun kann, habe ich gemacht." Aber Jürgens stellt fest, dass die Ratlosigkeit auch unter Intellektuellen herrscht - und durch Unsicherheiten ergänzt wird, was die Patientenverfügung angeht. Denn wie jeder wisse, werden diese nicht immer umgesetzt.

"Eigentlich ist der Wille des Menschen ein Königreich - genauso wie seine Freiheit. Aber Freiheit ist nur dann Freiheit, wenn wir selbst entscheiden können, was wir wollen", sagt einer der größten deutschsprachigen Sänger und Songwriter unserer Zeit. Bei der ganzen Party-Laune rund um seinen Geburtstag sollte man auch auf die leisen Töne dieses altersweisen Mannes hören.

 

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