Schlägt die Tormaschine zu? Freiburg statt Real: Die Pflicht ruft den BVB

BVB-Trainer Thomas Tuchel schart seine Stars um sich. Foto: dpa

"Nach Freiburg ist vor Real Madrid": So oder so ähnlich mahnt Trainer Thomas Tuchel seine Profis vor dem Champions-League-Hit gegen Real Madrid zu Konzentration. Borussia Dortmund muss am Freitag erst einmal die Bundesliga-Pflichtaufgabe SC Freiburg lösen. 

 

Dortmund - 20.45 Uhr, Flutlicht, volles Haus. Real Madrid. Das Spiel, auf das Borussia Dortmund schon seit Wochen hinfiebert.

Vor seinem Festtag in der Champions League am Dienstag jedoch hat der BVB noch eine ganz andere Aufgabe zu lösen - deutlich kleiner, aber für Trainer Thomas Tuchel nicht weniger wichtig: am Freitagabend. 20.30 Uhr, Flutlicht, mehr als 80.000 Zuschauer. SC Freiburg.

"Wenn wir so weitermachen, kann uns niemand aufhalten", sagte Pierre-Emerick Aubameyang nach dem jüngsten Torfestival seiner Mannschaft beim 5:1 in Wolfsburg. Nicht der SC Freiburg. Vielleicht auch nicht Real Madrid. Der Torjäger aus Gabun war damit in dieser Saison der erste Dortmunder, der sich richtig aus der Deckung wagte und aussprach, was jeder denkt: Wächst diese hochtalentierte Mannschaft noch weiter zusammen, entwickeln sich die vielen jungen Spieler neben den Stars, dann ist alles möglich. Sein Trainer ist da naturgemäß zurückhaltender.

"Unser Blick gilt nicht der Tabelle", sagte Tuchel nach dem "unglaublichen Ergebnis", schon gar nicht Madrid, "sondern dem nächsten Spiel." Dem am Freitag (20.30 Uhr/Sky), gegen Freiburg. Erst nach Freiburg soll also vor Madrid sein. Immerhin sprach Tuchel von einem "Hochgefühl, das eine Hilfe für die nächsten Tage und Wochen ist".

Seine Spieler brauchten die große Bühne: "Die Anspannung, dieser Nervenkitzel. Sie sind echte Wettkämpfer." Zwei 6:0 gegen überforderte Gegner niederer Qualität (Legia Warschau, Darmstadt 98) und das in dieser Höhe glückliche 5:1 in Wolfsburg haben eine Euphorie ausgelöst.

 

Von der Dortmunder "Tormaschine" ist überall zu lesen - die Schwächen des BVB in der Defensive werden seltener thematisiert, weil sie bisher zu selten aufgedeckt wurden. "Wir können diesen Sieg einordnen, das Spiel stand lange auf des Messers Schneide", sagte Tuchel passend.

SC-Trainer Streich: "Haben keine Angst"

Torhüter Roman Bürki musste in Wolfsburg an allen Ecken und Enden retten: Seine Leistung war Tuchel "ein absolutes Extralob wert". Es stimmt aber auch, was Bürki selbst sagte: "Wir haben riesige Qualität auch in der zweiten und dritten Reihe." Egal, wer eingewechselt wird, er kann noch mal einen Schub bringen.

Raphael Guerreiro, Ousmane Dembélé, Christian Pulisic, Emre Mor. Dabei ist beispielsweise Marco Reus seit langem verletzt, eine Rückkehr ist nicht in Sicht. Der SCF holt seine Punkte üblicherweise zu Hause. Wenig spricht dafür, dass es in Dortmund etwas mitzunehmen gibt.

"Es geht nicht um Schadensbegrenzung", sagte aber Trainer Christian Streich: "Es geht um drei Punkte. Wir haben keine Angst." Das Topthema im Breisgau ist Torjäger Nils Petersen, der sich zum Superjoker entwickelt. Forderungen nach einem Stammplatz stellt der Fehlschütze des entscheidenden Elfmeters im Olympia-Finale aber auch nach seinem Siegtor gegen den Hamburger SV (1:0) nicht.

 

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