Scheitert es an Hasan Ismaik? TSV 1860: Gespräche über mehrere hunderttausend Euro

Löwen-Boss und Investor: Michael Scharold (li.) und Hasan Ismaik. Foto: AZ-Montag/imago/Sven Simon

Der TSV 1860 führt aktuell mit dem Hauptsponsor Gespräche über eine deutliche Erhöhung des Sponsoring. Um wieviel Geld es geht. Und warum Hasan Ismaik zum Haken werden könnte.

 

München - Ende Mai, Anfang Juni finden die Löwen-Profis traditionell Zeit. Zu reflektieren. Zu regenerieren. Bestenfalls zu relaxen. Wie Instagram verrät, hat sich Spielmacher Efkan Bekiroglu für ein stylisches Fünf-Sterne-Ressort nahe dem türkischen Belek entschieden. Und Daniel Wein wählte einen Städtetrip mit Freunden nach London.

Gespräche beim TSV 1860

In der Geschäftsstelle des TSV 1860 bleibt dagegen keine Gelegenheit für eine Auszeit. Hinter verschlossenen Türen und unter Hochdruck wird am Etat für die kommende Saison gearbeitet. Aktuell laufen die Gespräche mit Hauptsponsor "die Bayerische", der sein Engagement angesichts der brisanten finanziellen Lage der Sechzger ausweiten will. Zu diesem Zweck tagen der Marketingleiter des Versicherers, Joachim Zech, und Löwen-Boss Michael Scharold an der Grünwalder Straße 114. Wie die AZ erfuhr, soll bis Freitag ein mögliches Sponsoringpaket besprochen sein.

Nach AZ-Informationen geht es um mehrere hunderttausend Euro – zusätzlich. Ursprünglich wollte das Perlacher Unternehmen sein Sponsoring für kommende Saison von 700.000 Euro auf eine Million Euro ausweiten. Doch so mancher rund um die Löwen zweifelt angesichts des Konsolidierungskurses an der sportlichen Wettbewerbsfähigkeit. Und Trainer Daniel Bierofka wünscht sich von Geschäftsführer Scharold (mindestens) zwei neue Spieler. Es heißt, "die Bayerische" sei deshalb bereit, für nächste Saison deutlich mehr als eine Million Euro nach Giesing zu überweisen.

Die Zeit drängt bei den Löwen

Doch die Zeit drängt! Und der Deal ist selbst dann nicht sicher, sollten sich Zech, Scharold und die Vorstände des Löwen-Partners, Herbert Schneidemann und Martin Gräfer, einig werden. Denn: Es geht um eine solch große Summe, dass der Aufsichtsrat der KGaA zustimmen muss. Und Investor Hasan Ismaik gilt nicht gerade als Freund des Hauptsponsors, kritisierte diesen auch mal öffentlich.

Zudem knüpft "die Bayerische" weitere Investitionen an Bedingungen. Als Gegenleistungen werden zum Beispiel Namensrechte diskutiert oder auch mehr Werbeflächen bei Heimspielen im Grünwalder Stadion und auf dem Trainingsgelände. Dem Vernehmen nach handelt es sich zudem um ein vorerst letztes Entgegenkommen des Versicherers. Heißt: Sollte das angebotene Paket vonseiten der Sechzger abgelehnt werden, wird kein zweites Angebot folgen.

TSV 1860 bekommt schon sehr viel

Dabei investiert "die Bayerische" schon kräftig. Wie aus der Dritten Liga zu hören ist, bekommt nur Eintracht Braunschweig mehr Geld von seinem Trikotsponsor – die Volkswagen-Gruppe subventioniert den Zweitligaabsteiger demnach mit 1,5 Millionen Euro. Einige Klubs kassieren von ihren Hauptsponsoren dagegen nur 200.000 bis 250.000 Euro. Reichlich wenig für Profifußball.

Bei Sechzig wird in einer anderen Dimension gedacht. Ob sich diese verwirklichen lässt – und Bierofka seine Neuzugänge wirklich bekommt –, darüber entscheiden die kommenden Tage. In einer umtriebigen Geschäftsstelle, in der keine Zeit zum Relaxen bleibt.

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