Schauspielerin im Interview Ursula Karven: "Gelernt, Dinge loszulassen, die nicht guttun"

Das neue Yoga-Buch von Ursula Karven heißt "Loslassen" Foto: Arkana

Schauspielerin Ursula Karven hat mit "Loslassen" ein neues Yoga-Buch geschrieben. Spot on news erzählt sie im Interview ob sie Angst vor ihrem 50. Geburtstag hat.

 

London - "Loslassen: Yoga-Weisheiten für dich und überall" (Arkana, 240 Seiten, 19,99 Euro) heißt das neue Buch von Ursula Karven (49). Eine Herzensangelegenheit für die Schauspielerin: "Yoga und die Philosophie, die damit verbunden ist, ist ein wunderbarer Ratgeber, weil einen Yoga genau da abholt, wo man gerade ist: ob man glücklich oder unglücklich ist, Schmerzen hat oder nicht, Angst hat oder furchtlos ist", verrät Karven, die sich vor einigen Monaten von ihrem Freund Mats Wahlström getrennt hat, der Nachrichtenagentur spot on news.

Frau Karven, in Ihrem neuen Yoga-Buch Buch "Loslassen" geht es auch um das Loslassen von negativen Gefühlen. Sie haben gerade eine Trennung hinter sich. Verarbeitet man so etwas leichter durch die Einstellung, wie sie hinter Yoga steht?

Ursula Karven: Ja, davon bin ich überzeugt. Man ist dadurch mehr bei sich. Die Trennung kam aber auch nicht plötzlich in mein Leben, sondern war reiflich überlegt. Ein Prozess der Selbstreflektion. Man muss sich fragen: Geht es mir gut in der Beziehung, in der ich bin? Bin ich glücklich? Und wenn man die nur jahrelang mit einem "Ja, aber" beantworten kann, dann muss man irgendwann loslassen.

Menschen beschäftigen sich häufig erst mit ihrem Inneren, wenn sie in eine Krise geraten. Gab es bei Ihnen einen konkreten Auslöser, der Sie zum Yoga gebracht hat?

Karven: Ich bin ein Rückenpatient. Ich habe von Geburt an Gleitwirbel und Skoliose. Mit 14 Jahren hatte ich dann schon immer wieder starke Schmerzen. Nach der Geburt meines ersten Kindes mit 30 Jahren hat mein Arzt in den USA mir dann Yoga verschrieben. Durch mein großes Interesse an Philosophie und Psychologie hat mich aber auch sehr die spirituelle Ebene angesprochen. Mich hat immer interessiert, wie Emotionen zustande kommen und wo der Anfang und das Ende von uns sind und auch, wie man es schafft, glücklich zu sein. In Malibu habe ich die reichsten und berühmtesten Menschen kennengelernt, die so wahnsinnig unglücklich waren. Da habe ich gesehen: Das hat alles überhaupt nichts zu bedeuten. Das einzige, was etwas zu bedeuten hat, ist, dass man sich selber wertschätzt.

In Ihrem Buch heißt es, es sei wichtig, die Kontrolle abzugeben. Ist ein zielgerichtetes Leben gar nicht möglich?

Karven: Das ist nicht immer einfach. In Wahrheit haben wir keine Kontrollen im Leben, obwohl auch ich zeitweise in der Illusion lebe, gewisse Dinge kontrollieren zu können. Aber dem ist nicht so. Das Kontrollfenster, das wir uns einbilden, zu haben, ist ein sehr fiktives. Ich habe aber gelernt, die Dinge loszulassen, die mir nicht guttun. Darin bin ich inzwischen gut und darum trägt mein Buch auch den Titel "Loslassen".

Sie schreiben, Sie seien von indischen Gottheiten fasziniert. Können Sie mit dem Gottesbild der katholischen oder evangelischen Kirche noch was anfangen?

Karven: Ja, absolut. Dadurch, dass ich mich viel mit Yoga beschäftige, sind zusätzlich noch die indischen Götter in mein Leben gekommen. Ich bin aber genauso fasziniert vom heiligen Christophorus und Maria.

Sie halten sich nicht nur durch Yoga, sondern auch mit Sport fit. Nächstes Jahr werden Sie 50. Hat dieser Geburtstag eine besondere Bedeutung für Sie?

Karven: Jeder Geburtstag hat eine besondere Bedeutung und diese 50 ist schon eine Zahl! Die sehe ich schon auch. Aber ich habe keine Angst und auch kein schlechtes Gefühl. Ich werde eine große Feier machen mit all meinen Freunden aus Ulm, München, Los Angeles, Mallorca und Berlin.

Es gibt Schauspieler, die beklagen, dass sie mit zunehmender Alter schlechter an Rollen kommen. Sehen Sie das auch so?

Karven: Nein, und ich glaube auch nicht, dass das wirklich so ist. Das ist eine Frage des Timings und des Glücks. Christoph Waltz zum Beispiel wurde mit zunehmendem Alter immer populärer und erfolgreicher. Ruth Maria Kubitschek hat lange nicht gedreht und hat jetzt mit "Frau Ella" ein großes Comeback gegeben - mit 82.

Verfolgen Sie die Diskussion rund um den "Tatort" mit?

Karven: Ich schaue viel "Tatort" und mag das Format sehr gerne. Das läuft gut, die Leute sehen es gerne und daher braucht man auch nichts zu verändern.

Können Sie sich ein Comeback beim "Tatort" vorstellen?

Karven: Ja, natürlich. Das sind großartige Geschichten, die dort erzählt werden.

In Ihrem Buch geht es auch um Zufriedenheit: Sind Sie im Moment mit Ihrem Leben richtig zufrieden?

Karven: Ich bin zumindest zufriedener, als ich es jemals war (lacht).

 

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