Schauspielerin im Interview Ursula Karven: "Eine Affäre mit der besten Freundin finde ich abgrundtief scheußlich"

Nicht selten ist es die beste Freundin der Frau, mit der ein Mann seine Partnerin betrügt. Ursula Karven ist das bisher erspart geblieben....

 

Berlin - Ursula Karven (49, "Mein Kochbuch für Kochmuffel") eröffnet die neue Runde der "Katie Fforde"-Romanverfilmungen. In "An deiner Seite" (Sonntag, 20.15 Uhr, ZDF) spielt sie eine erfolgreiche New Yorker Anwältin, die nach einem schweren Autounfall wieder ins Leben zurückfinden muss. So leicht ist das freilich nicht, weil sie sich an vieles nicht mehr erinnern kann - ein Albtraum für eine Schauspielerin, doch Karven sieht sich gut gewappnet, wie sie im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news verraten hat. Erklärt hat sie dabei auch, was sie von Affären hält und ob Turnschuhe zum Hosenanzug gehen.

Frau Karven, wie war es denn, mal wieder länger in den USA zu sein?

Ursula Karven: Ich habe 13 Jahre in Los Angeles verbracht. Insofern ist es schon eine Art Heimat, wenngleich ich mich auch damals letztlich immer als Gast gefühlt habe. In New York, wo wir gedreht haben, würde ich allerdings niemals leben wollen, obwohl es sehr faszinierend ist. Langfristig macht einen diese Stadt verrückt, es ist die totale Reizüberflutung.

Inwiefern hat das auch beim Dreh gestört?

Karven: Die meisten Klimaanlagen sind außen an den Häusern angebracht und laufen ständig auf Hochtouren. Wenn wir bei einer Szene weiter als eineinhalb Meter auseinanderstanden, mussten wir uns anschreien, um uns zu verstehen. Als ich dann wieder in Berlin gelandet bin, hatte ich das Gefühl, jemand hat mir Ohrstöpsel eingesetzt. Als ganz junger Mensch wäre mir das vielleicht nicht aufgefallen, aber jetzt mit Lebenserfahrung muss ich sagen, dass man dort geboren sein muss oder schon sehr starke Nerven braucht.

Sie sind ein paar Mal mit Turnschuhen zum Hosenanzug zu sehen. Kommt das bei Ihnen privat auch vor?

Karven: Ja, das kommt immer mehr vor, dass ich zum Beispiel auch in flachen Schuhen zu einer Veranstaltung reise und meine Pumps in einer Tasche dabei habe. In New York ist das allerdings gang und gäbe, weil man dort noch viel mehr läuft als in München oder Berlin. Die Frauen haben alle ihre Ballerinas in den Handtaschen und tauschen die Schuhe aus, nachdem sie von den Fähren kommend durch die Häuserschluchten zur Arbeit gelaufen sind. Nachdem ich das beobachtet hatte, habe ich mich dem einfach angepasst.

Die Figur, die Sie spielen, hat ein Problem mit ihrem Gedächtnis. Haben Sie als Schauspielerin besonders große Angst davor?

Karven: Ja, absolut. Aber ich glaube, es ist für alle eine grauenvolle Vorstellung, nicht mehr die Kontrolle über das eigene Gedächtnis zu haben. Denn letztendlich ist man dann vollkommen ausgeliefert. Man sollte sein Gedächtnis trainieren, indem man sich zum Beispiel Telefonnummern merkt. Als Schauspielerin muss ich natürlich ständig Texte auswendig lernen oder spontan auf Fragen antworten. Daher glaube ich, dass ich vom Trainingslevel her ganz gut bedient bin.

Manchmal ist Vergessen aber auch ein Geschenk...

Karven: Vergessen funktioniert nicht wirklich. Ich halte es eher für ein Geschenk, wenn man Dinge, die man vergessen möchte, mit heiterer Gelassenheit annimmt.

Wie sieht es mit dem Verzeihen aus?

Karven: Vergebung ist ein großes Thema. Ich bin der Meinung, dass nur die Starken vergeben können.

Im Film sterben bei einem Autounfall zwei Menschen. Kann man diese Schuld wiedergutmachen?

Karven: Nein, aber wenn man es nicht mit Absicht gemacht hat, war es einfach ein schrecklicher Unfall. Man sollte versuchen, das Schicksal anzunehmen und etwas daraus zu machen. Die Menschen, denen das gelingt, sind glücklicher mit ihrem Leben. Genau wegen dieser Thematik hat mich der Film übrigens besonders mitgenommen.

Können sich zwei traumatisierte Menschen eine Stütze sein?

Karven: Wir haben alle unser Päckchen zu tragen. Wenn es zwei Menschen sind, die sich verkriechen und vielleicht den anderen für das Schicksal verantwortlich machen, ist es schwierig. Wenn sie aber offen und auch demütig sind und das Schicksal annehmen, dann ist es möglich.

Die Affäre mit der besten Freundin: Warum passiert das immer wieder und so oft?

Karven: Mir ist das in meinem Leben nie passiert. Ich finde das abgrundtief scheußlich und kann es auch nicht nachvollziehen. Zum Glück habe ich solche Frauen nicht in meinem Umfeld.

 

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