Schauspielerin im Interview Stefanie Stappenbeck über peinliche Sex-Szenen

Stefanie Stappenbeck schwebt als Martina zwischen Wahn und Wirklichkeit Foto: ARD Degeto/WDR/Willi Weber

Für ihren neuen Film musste Stefanie Stappenbeck eine leidenschaftliche Sex-Szene drehen. Jetzt erzählt sie, wie sie mit ihren Hemmungen umgegangen ist.

 

Berlin - Die Schauspielerin Stefanie Stappenbeck (39) steht seit ihrer Kindheit vor der Kamera. In ihrem neuen Film, dem Thriller "Ohne dich" (2. Januar, 20:15 Uhr im Ersten), gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass ihr spurlos verschwundener Mann wieder auftaucht. Zwischen Wahn und Wirklichkeit versucht Martina, ihren Alltag zu meistern und das Geheimnis um ihren Mann zu lüften. Das Ende des Films stellt die Zuschauer vor zahlreiche Fragen. Mit spot on news spricht die Schauspielerin über Sex-Szenen und berichtet von ihren Erfahrungen mit übernatürlichen Verbindungen.

Wenn Ihr neuer Film "Ohne dich" endet, ist man als Zuschauer zunächst sehr verwirrt und hat viele offene Fragen. Wie ging es Ihnen, als Sie das Drehbuch gelesen haben?

Stefanie Stappenbeck: Mir ging es ähnlich. Ich war sehr hin- und hergerissen. Wir haben viel diskutiert, was das richtige Ende ist. Es wurde viel ausprobiert. Der Regisseur hat sich dann für den geheimnisvollen Schluss entschieden.

Im Film glaubt Ihre Figur Martina, dass ihr Mann noch lebt, obwohl alle um sie herum der Meinung sind, dass Ralf tot ist. Glauben Sie an solch eine Art von übernatürlicher Verbundenheit zwischen zwei Liebenden?

Stappenbeck: Wenn sich zwei Menschen sehr lange und intensiv kennen, gibt es das. Ich kenne solche Verbindungen mit Familienmitgliedern und Freunden. Ich habe eine langjährige Freundin, zu der ich seit fünf Jahren kaum noch Kontakt habe, und plötzlich träume ich, dass sie ein Mädchen zur Welt bringt. Drei Tage später kriege ich einen Anruf, dass sie eine Tochter bekommen hat. Dabei wusste ich nicht einmal, dass sie schwanger war.

Da haben Sie ja beinahe hellseherische Fähigkeiten.

Stappenbeck: Ein anderes Mal saß ich auf dem Fahrrad und mein Handy klingelte - normalerweise ignoriere ich das Telefon beim Fahren. Doch ich habe in dem Moment gespürt, dass es wichtig war. Es war meine Mutter, die mir erzählt hat, dass etwas mit meiner Schwester ist.

Wie würden Sie reagieren, wenn Ihr Partner spurlos verschwindet?

Stappenbeck: Wenn ich diesen Impuls hätte, dass mein Mann noch lebt, würde ich die Suche und die Hoffnung nicht aufgeben und alles daran setzen, ihn ausfindig zu machen. In solchen Situationen braucht man Gewissheit. Oft hört man, dass es für die Angehörigen besser ist, Gewissheit über den Tod zu haben, als nichts über den Verbleib einer vermissten Person zu erfahren.

Am Schluss des Films gibt es eine sehr leidenschaftliche Sex-Szene am Strand. Wie war der Dreh dieser Szene?

Stappenbeck: Ich habe lange keine Sex-Szenen mehr gedreht. Es ist mir schwerer gefallen, als ich dachte, obwohl ich sonst vor der Kamera frei mit meinem Körper umgehe. Aber hier war es mir peinlich. Es war auch eiskalt. Wir haben die Szene in einer Mainacht um 3 Uhr morgens an der bretonischen Küste gedreht. Es hatte fünf Grad und es war nicht wirklich lustig. Ich war heilfroh, dass ich die Szene mit Andreas Pietschmann gedreht habe, einem Kollegen, den ich schon lange kenne und mag.

Wie konnten Sie Ihre Hemmungen überwinden?

Stappenbeck: Da hilft nur: Augen zu und durch. Man muss sachlich herangehen und den Körper als Arbeitsgerät sehen. Ich weiß in diesen Momenten, dass es kein Zurück mehr gibt und die Peinlichkeit verdränge ich dann.

Die Szene ist sehr kunstvoll inszeniert mit den rotierenden Scheinwerferkegeln eines Leuchtturms und wirkt fast surreal. War diese Stimmung auch beim Dreh zu spüren?

Stappenbeck: Ja, die Stimmung war fast außerirdisch. Ich war auch beeindruckt von der Atmosphäre an diesem einsamen Strand mitten in der Nacht. Ich musste barfuß durch die nasse Erde laufen und es fühlte sich an wie auf dem Mond.

Sie standen bereits als Kind vor der Kamera. Gibt es eine Rolle, die noch unerfüllt auf Ihrem Wunschzettel steht?

Stappenbeck: Ich freue mich immer, wenn mir eine Rolle angeboten wird, die ich mir selbst nicht zutraue oder die nicht zu meinem Image passt. Ich werde ja sonst gerne für das frische, kluge Mädchen besetzt. Mittlerweile bekomme ich immer mehr richtig gute Frauenrollen, für die ich andere Eigenschaften aus mir herausholen kann.

Sie sind mit einem Schlagzeuger verheiratet. Sind Sie auch musikalisch?

Stappenbeck: Nicht so besonders. Für "Die Weihnachtsgans Auguste" musste ich Geige lernen und bei dem Unterricht stellte sich heraus, dass ich auf der Geige hochbegabt bin. Ich habe mich dummerweise geweigert, das weiter zu machen, weil ich schon Klavier gespielt habe. Das habe ich allerdings drei Jahre später auch aufgegeben. Mit 30 musste ich noch mal für ein Theaterstück singen lernen. Ich habe allerdings nicht das Gefühl, dass ich jetzt eine von diesen singenden Schauspielerinnen werden muss, die eigene Liederabende entwickeln.

 

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