Schauspielerin im Interview Lisa Martinek: "Die Security wollte mich nicht mehr ans Set lassen"

Für einen Film-Darsteller ist es das A und O, wandlungsfähig zu sein. Die deutsche Schauspielerin Lisa Martinek sieht diese Fähigkeit als ihre größte Tugend an. Im Gespräch mit spot on news verrät die zweifache Mutter, warum dies zugleich Segen und Fluch ist.

 

Lisa Martinek (41) im Doppelpack: Zunächst ist die deutsche Schauspielerin heute auf Sat.1 um 20.15 Uhr in "Willkommen im Club" an der Seite von Richy Müller zu sehen. Am 26. September spielt Martinek dann in "Bella Familia", einer ZDF-Komödie. Mit der Nachrichtenagentur spot on news sprach die gebürtige Stuttgarterin über beide Rollen, ihre Töchter und Probleme mit der eigenen Security.

Mit dem Drama "Willkommen im Club" und der Komödie "Bella Familia" laufen zwei Filme mit Ihnen innerhalb kurzer Zeit, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Was liegt Ihnen mehr?

Lisa Martinek: Mal abgesehen davon, dass "Willkommen im Club" für mich der wichtigere Film ist, weil ich die Hauptrolle spiele, favorisiere ich kein Genre. Die Mischung macht's. Das eine ist harte Kost mit einer brandaktuellen Flüchtlingsthematik, die mir sehr unter die Haut ging. Das andere ist eine intelligente Komödie, bei der ich sehr viel Spaß hatte. Auch wenn man mit den leichteren Familienfilmen in der Regel den größeren Erfolg hat, so lasse ich es mir nicht nehmen beides zu machen.

Hat man es leichter als schöne Frau im Fernsehen?

Martinek: Mal abgesehen davon, dass ich mit meiner großen Nase keine klassische Schönheit bin, hatte ich es als junge Schauspielerin schwerer, zu überzeugen, dass ich auch wirklich ernsthaft spielen kann. Ich wollte nicht nur als nettes kleines Blondchen wahrgenommen werden. Deswegen bin ich auf die Hochschule und habe Schauspiel studiert.

Hat sich gelohnt, die ZDF-Kommissarin Clara Hertz ("Das Duo") hat man Ihnen sechs Jahre lang mühelos abgekauft.

Martinek: War schön, sehr schön sogar, war aber auch gut, nach sechs Jahren damit aufzuhören. Es fing langsam an, sich zu Wiederholen, die beiden Kommissarinnen waren eingespielt und es kam nicht wirklich was neues hinzu. Da bekam ich Lust, wieder mehr Platz für andere Filme zu schaffen. Ich mag mehr Vielfalt.

Ihre größte Tugend?

Martinek: Ich denke, ich bin sehr wandlungsfähig. Das hat den Vorteil, dass man mich sehr unterschiedlich besetzen kann und den Nachteil, dass ich einen sehr geringen Wiedererkennungswert habe. So gering, dass mich die Security unlängst nach der Mittagspause nicht mehr ans Set lassen wollte. Er meinte: "Hier wird gedreht, da dürfen nur Leute vom Film rein." Ich hatte die Hauptrolle.

Was wären Sie, wenn Sie nicht Schauspielerin wären?

Martinek: Opernsängerin oder Pianistin fände ich großartig, aber da fehlt mir das Talent. Grafik und Design finde ich auch spannend, die Richtung habe ich aber nie ausprobiert. In sofern bin ich sehr glücklich mit der Schauspielerei und möchte nicht tauschen.

Wie viel Schwäbin wohnt in der gebürtigen Stuttgarterin?

Martinek: Nicht so viel wie in meiner zweieinhalbjährigen Tochter. Die putzt wie eine Verrückte. Die kommt nach dem Essen mit Schaufel und Besen an und macht die Küche sauber. Ich glaube, da hat die Genetik eine Genration übersprungen. Meine hausfraulichen Qualitäten halten sich nämlich bis aufs Kochen in Grenzen.

Noch andere Talente?

Martinek: Ich denke, ich bin sehr flexibel und kann mich schnell auf Situationen einlassen. Außerdem bin ich wahnsinnig empathisch, was mir oft im Weg steht, da ich mich mir manchmal schwer tue, mich von anderen Menschen abzugrenzen. Ich neige dazu, für andere mitzudenken und zu handeln.

Was sagt Ihr Mann Giulio Ricciarelli dazu?

Martinek: Der wehrt sich, wenn das passiert.

 

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