Schauspieler äußerte sich im ARD-Nachtmagazin Nach Rassisten-Shitstorm: Til Schweigers TV-Schelte

Til Schweiger sprach am Montagabend mit dem ARD Nachtmagazin: "Habe damit gerechnet, aber nicht in dieser Vehemenz". Foto: dpa/AZ-Screenshot

Til Schweiger hat sich im ARD-Nachtmagazin zum fremdenfeindlichen Shitstorm unter einem Post auf seiner Facebook-Seite geäußert. Der Schauspieler macht das Fernsehen mit verantwortlich für die aggressive Grundstimmung vieler Deutscher.

 

Hamburg – Mit einem Facebook-Post warb Schauspiel-Star Til Schweiger vergangenen Samstag für die Unterstützung einer Spendenaktion des Hamburger Abendblatts für Flüchtlinge in Hamburg. Als die Diskussion unter diesem Post völlig aus dem Ruder lief, sah sich Schweiger gezwungen, mit einem wütenden Kommentar auf die Flut an rassistischen Beiträgen seiner rund 1,3 Millionen Facebook-Anhänger zu reagieren.

"Ich habe damit gerechnet, aber nicht in dieser Vehemenz"

"Oh Mann- ich habs befuerchtet!! Ihr seid zum Kotzen! Wirklich! Verpisst Euch von meiner Seite, empathieloses Pack! Mir wird schlecht!!", schrieb Schweiger und sorgte damit im Netz und in den Medien für Aufmerksamkeit. Schweiger, der momentan auf Filmdreh in Istanbul ist, hat sich am Montagabend in einer Drehpause per Videoschalte im ARD Nachtmagazin zum Shitstorm auf seiner Seite geäußert.

 

Oh Mann- ich habs befuerchtet!! Ihr seid zum Kotzen! Wirklich! Verpisst Euch von meiner Seite, empathieloses Pack! Mir wird schlecht!!!󾮖🏻󾮖🏻󾮖🏻󾌽󾌽󾌽

Posted by Til Schweiger on Samstag, 18. Juli 2015

Auf die Frage, ob er mit einer derart heftigen Reaktion gerechnet habe, antwortete Schweiger: "Traurigerweise habe ich damit gerechnet". Nach vorangegangenen Spendenaufrufen auf seiner Seite habe es ebenfalls fremdenfeindliche Kommentare gegeben. Das Ausmaß im aktuellen Fall habe aber auch ihn überrumpelt. "Das war viel massiver. Ich habe damit gerechnet, aber nicht in dieser Vehemenz".

TV trägt Mitschuld

Warum in Deutschland so viel Feindseligkeit gegenüber Flüchtlingen besteht und diese sich vor allem im Internet so massiv entlädt, kann Schweiger auch nicht präzise sagen. Es gebe zwar viele Menschen, die helfen, aber der Teil derer, die sich "gar nicht vorstellen können, was es bedeutet Flüchtling zu sein und nichts zu haben", sei immer noch viel zu hoch.

Mitverantwortlich für die negative Grundstimmung macht der 51-Jährige auch das deutsche Fernsehen. Es sei kein Wunder, dass die Menschen abstumpfen, wenn sie "den ganzen Tag vor dem Fernseher sitzen und in irgendwelchen Reality Shows sehen, wie sich stumpfe Leute gegenseitig beleidigen, runtermachen, dissen", so Schweiger.

Dass er aus dem jüngsten Vorfall Konsequenzen in seinen Facebook-Aktivitäten zieht, schließt Schweiger aus. Er wolle weiter für Flüchtlingshilfe werben. "In dem Moment, in dem ich aufhöre, das zu tun, lebe ich nicht mehr in einer Demokratie. Das ist ja genau das, was die Leute wollen. Die wollen, dass man mundtot gemacht wird und dass man die Schnauze hält. Aber ich denk' nicht dran".

 

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