Schaulustige filmen Festnahme München: Mann prügelt auf Polizisten ein - 50 Passanten feuern ihn an

, aktualisiert am 13.07.2020 - 12:52 Uhr
In der Kaufingerstraße kam es am Samstagabend zu einem Polizeieinsatz, bei dem drei Beamten verletzt wurden (Symbolbild). Foto: imago/Ralph Peters

Wieder ist es am Wochenende zu Gewalt gegen Polizisten gekommen. Bei einem Einsatz in der Kaufingerstraße hat ein 18-Jähriger am Samstagabend mit der Faust einen Beamten geschlagen. Während der Festnahme haben sich rund 50 Passanten mit dem jungen Mann solidarisiert und die Szene gefilmt.

 

München - Weil sich circa 20 Jugendliche gegen 20.30 Uhr in der Kaufingerstraße prügelten, ist nach einem Notruf am Samstagabend die Polizei angerückt. Wie die Beamten am Sonntag mitteilten, herrschte beim Eintreffen der Polizei eine unübersichtliche Situation mit zahlreichen Schaulustigen und Jugendlichen, die flüchten wollten. Es kam zu Körperverletzungsdelikten.

Gewalt gegenüber Polizisten: Schüler schlägt Beamten

Ein 18-jähriger Schüler aus Maisach trat besonders aggressiv in Erscheinung und wurde nach zwei gezielten Faustschlägen in das Gesicht eines 33-jährigen Polizeibeamten zu Boden gebracht und festgenommen, wobei er sich massiv wehrte und um sich trat. Rund 50 Passanten versammelten sich am Einsatzort, solidarisierten sich teilweise mit dem Festgenommenen, feuerten diesen laut Polizeibericht aus der Menge heraus an und filmten die Festnahme.

Weitere Einsatzkräfte, darunter das Unterstützungskommando, wurden angefordert. Erst danach sei die Situation unter Kontrolle gebracht worden. Gegen den 18-Jährigen wird aufgrund des tätlichen Angriffs sowie des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und vorsätzlicher Körperverletzung ermittelt.

15 Platzverweise wurden gegen pöbelnde und aggressive Personen ausgesprochen. Vier Personen wurden aufgrund ihres gezeigten Aggressionspotentials in Gewahrsam genommen – darunter drei Jugendliche, die anschließend an ihre Eltern übergeben wurden. Insgesamt wurden beim Einsatz drei Polizeibeamte verletzt. Einer von ihnen sei nicht mehr dienstfähig. Die weiteren Ermittlungen hat die Münchner Kriminalpolizei übernommen.


Anmerkung der Redaktion: Aufgrund neuer Informationen zu dem Vorfall, die wir in einem später erscheinenden Artikel aufarbeiten, haben wir die Kommentarfunktion unter diesem Artikel gesperrt. 

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