Schauen ARD und ZDF in die Röhre? TV-Hammer: Telekom sichert sich Rechte für EM 2024

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin bei der Zeremonie zur Ausrichtung der Fußball-Europameisterschaft 2024. Foto: Sören Stache/dpa

Die Telekom sichert sich die TV-Rechte für die EM 2024. Damit könnten erstmals keine Turnier-Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zu sehen sein.

 

München - Die Sensation hat sich bereits angedeutet, jetzt ist es Gewissheit. Die Telekom hat sich die TV-Rechte für die Fußball-EM 2024 in Deutschland gesichert, das berichtet die "Frankfurter Allgemeine", die sich auf exklusive Informationen aus Kreisen der UEFA beruft. Der endgültige Beschluss solle in den kommenden Tagen fallen.

"Da es sich um ein laufendes Ausschreibungsverfahren handelt, können wir uns dazu nicht äußern", sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gab am Freitag gegenüber der dpa keine Stellungnahme dazu ab. Weder Telekom noch die UEFA wollten auf FAZ-Anfrage eine Stellungnahme abgeben.

Telekom erwirbt TV-Rechte an Heim-EM 2024

Die Fußball-Europameisterschaft findet im Juni und Juli 2024 statt. Austragungsorte werden Berlin, München, Düsseldorf, Stuttgart, Köln, Hamburg, Leipzig, Dortmund, Gelsenkirchen und Frankfurt sein.

Für welche Summe die Telekom sich die TV-Rechte sichern würde, ist nicht bekannt. Zwar werden die meisten Spiele der EM 2024 wahrscheinlich nicht bei ARD und ZDF laufen, die deutschen Anhänger müssen dennoch nicht befürchten, die Begegnungen der deutschen Nationalmannschaft zu verpassen, sofern sie kein Kunde von Magenta-TV, dem Internet-Streamingdienst der Telekom, sind.

EM 2024: Spiele der DFB-Elf werden frei empfangbar sein

Denn schon jetzt steht fest, dass alle Spiele der DFB-Elf, das Eröffnungsspiel, die beiden Halbfinals und das Finale für alle frei empfangbar sein müssen, unverschlüsselt und ohne Extrakosten, dies sieht der Rundfunksstaatsvertrag vor.

Diese Turnierbegegnungen könnte die Telekom über ihre eigene Kanäle anbieten oder an andere Anbieter Sublizenzen veräußern. Dafür kämen u.a. RTL - der Sender überträgt bereits die deutschen Qualifikationsspiele zur EM 2020 - Sport1 oder Eurosport in Frage. Auch ARD und ZDF könnten beim Thema Sublizenzen ihren Hut in den Ring werfen und einige der EM-Spiele übertragen,

Mit diesem TV-Rechte-Coup möchte die Telekom ihr Portal Magenta-TV pushen. Der Streamingdienst ist über einen Telekom-Anschluss und einen entsprechenden Receiver sowie über Smartphone, Tablet, PC oder Smart TV empfangbar.

Keine Spiele der EM 2024 bei ARD und ZDF?

Großer Verlierer der TV-Rechtevergabe sind die öffentlich-rechtlichen Sender von ARD und ZDF. Ohne mögliche Sublizenz würden dort 2024 erstmals keine Live-Spiele eines großen Fußballturniers übertragen werden. Damit dürften den beiden Sendeanstalten erneut eine Gebührendiskussion drohen.

Schon bei den Übertragungsrechte für die Olympischen Spiele von 2018 bis 2014 gingen ARD und ZDF zunächst leer aus, konnte sich später jedoch mit dem Rechteinhaber, dem US- Medienkonzern Discovery Communications, auf eine Sublizenzierung für 221,5 Millionen Euro einigen.

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