Schandfleck „So-Da-Brücke“ im Landkreis Bayreuth sorgt für Ärger

So-Da-Brücke: Nach Ostern sollen die Bauarbeiten nach Angaben des staatlichen Bauamtes in Bayreuth fortgesetzt werden. Foto: dpa

Drei Jahre stand sie einfach so da in der Landschaft, ohne Verbindung zu einer Straße. Eine Brücke nahe Bindlach (Landkreis Bayreuth), die in der Bevölkerung längst spöttisch „So-Da-Brücke“ genannt wird, erlangte überregionale Berühmtheit.

Bayreuth –  Doch nach Ostern werden die Bauarbeiten fortgesetzt, wie das Staatliche Bauamt in Bayreuth mitgeteilt hat. „Es geht weiter. Ende des Jahres wird die Brücke nicht mehr alleine stehen“, sagte der leitende Baudirektor Kurt Schnabel der Nachrichtenagentur dpa.

Allerdings sind die Baukosten deutlich gestiegen – von ursprünglich 3,7 Millionen auf nun 9,4 Millionen Euro. Der Brückenbau hatte im Landkreis Bayreuth deshalb lange für Ärger gesorgt, viele Bürger hatten sogar den Abriss gefordert. Der ZDF-Länderspiegel prangerte das Projekt als „Hammer der Woche“ und damit als Steuergeldverschwendung an.

Das Bauwerk sollte über eine Bahnstrecke führen und einen beschrankten Schienenübergang ersetzen. Die Staatsstraße sollte deshalb verlegt werden und künftig über die Brücke führen. Doch kaum war die Brücke gebaut, kamen die Probleme: Anfängliche Kostenschätzungen aus dem Jahr 2003 gingen von 3,7 Millionen Euro aus.

Allerdings stellte sich heraus, dass der Untergrund für Brücke und Straße zusätzlich verstärkt werden muss. Denn die Brücke liegt im Wasserschutzgebiet, der Grundwasserspiegel ist vergleichsweise hoch. Inzwischen dürfte das Projekt die öffentlichen Hand 9,4 Millionen Euro kosten.

Allerdings betonte Schnabel, „viele Faktoren“ seien dafür verantwortlich – so zum Beispiel auch Steigerungen bei den Baupreisen. Nach der jahrelangen Verzögerung geht es aber nun weiter: Betonpfähle sollen den Grund verstärken. „So-Da-Brücken“ gibt es in ganz Deutschland:

Dem Phänomen der ohne Anbindung in der Landschaft stehenden Brücke ist sogar ein Eintrag in der Internet-Enzyklopädie Wikipedia gewidmet. Regelmäßig stehen die Bauwerke auch am Pranger, wenn der Bund der Steuerzahler Geldverschwendung der öffentlichen Hand kritisiert.

So wurde im Schwarzbuch 2006 beispielsweise der Bau der Itztalbrücke bei Rödental (Landkreis Coburg) kritisiert – über die Brücke soll in einigen Jahren die ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt führen. Noch aber tut sich nichts auf dem 15-Millionen-Euro-Bauwerk – es steht einfach so da.

 

2 Kommentare