Schaden in sechsstelliger Höhe München: Vermieter geprellt? 35-Jähriger steht vor Gericht

Karl T. (35, Name geändert) sitzt derzeit im Gefängnis, weil er unter anderem in der Maximilianstraße die Miete schuldig geblieben ist. Foto: Bernd Wackerbauer, Imago/SKATA

Ein mutmaßlicher Hochstapler mietet teure Wohnungen und Büros an, bezahlt aber nicht. Der Schaden geht in den sechsstelligen Bereich. Jetzt steht der Mann in München vor Gericht.

 

München - Es ist der Klassiker unter den Hochstaplermethoden, aber wird offenbar immer noch gerne praktiziert. Man fährt in der geliehenen Luxuslimousine vor, am besten mit Chauffeur – und hat doch keinen Cent auf der Naht.

Karl T. (35, Name geändert) soll genauso in Starnberg verfahren sein, um bei einem Besichtigungstermin für ein Haus die nichts ahnenden Vermieter über seine wahren Vermögensverhältnisse zu täuschen. Der Trick funktionierte.

Zwölf Fälle von Mietbetrugs - Vermieter und Versicherung geprellt

Die Vermieter des Starnberger Drei-Etagen-Wohnhauses nahmen Karl T. ab, dass er Vermögen hat, und schlossen laut Anklage einen Mietvertrag mit ihm ab. 9.500 Euro Kaltmiete kostete das Haus in bester Lage. Karl T. hatte – wie in den anderen Fällen auch – die Mietkautionsbürgschaft einer Versicherung dabei. Die Beiträge für diese Bürgschaft blieb er aber genauso schuldig wie einen großen Teil der Miete. Am Ende belief sich der Mietrückstand auf über 17.000 Euro.

Insgesamt soll Karl T. in zwölf Fällen des Mietbetrugs einen Schaden von 113.000 Euro angerichtet haben. Die Versicherung, die ihm die Mietbürgschaften ausgestellt hatte, musste 55.000 Euro an die jeweiligen Vermieter zahlen.

Täter sitzt schon wegen anderer Vergehen im Gefängnis

Karl T. sitzt derzeit bereits wegen Betrugs in 17 Fällen in der JVA Bernau. Er hatte im August 2014 bei der Landeshauptstadt ein Gewerbe zur Programmierung von Internetseiten angemeldet. Zu diesem Zweck mietete er ein Jahr später Büroräume in der noblen Maximilianstraße an. Für eine Monatsmiete von 3.123 Euro. Die er auch nicht bezahlte.

Seinen Kunden machte er vor, dass er weltweit 50 bis 99 Mitarbeiter beschäftige und die Firma über langjährige Erfahrung verfüge. Doch das Internet-Unternehmen diente nur dazu, betrügerisch an das Geld der Kunden zu kommen. Karl T. war weder in der Lage noch willens, die versprochenen Dienstleistungen wie das Erstellen von Webseiten oder Programmierungen von Apps zu erbringen. Ihm sei es laut Anklage darum gegangen, per Vorkasse abzukassieren.

Richter lehnt "Deal" ab

Im Januar 2018 wurde er wegen dieser und anderer Betrügereien zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Da könnte jetzt noch einiges draufkommen. Einen "Deal" – Geständnis gegen mildere Strafe – lehnt der Vorsitzende Richter Frank Zimmer beim Prozessbeginn am Donnerstag jedenfalls ab. Karl T. erklärt daraufhin, dass er derzeit nichts zur Sache sagen möchte.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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