Sapina-Prozess: "Fußballspiele waren reinste Farce"

Die Führungsriege der Fußball-Wettbetrüger muss sich seit Montag vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Prominentester Angeklagter ist Ante Sapina, der schon in den Bestechungsskandal um DFB-Schiedsrichter Robert Hoyzer verwickelt war.

 

Bochum -  Im Prozess geht es um 47 Fußballspiele, einige waren laut Anklage die reinste Farce. So soll die Wettmafia Freundschaftsspiele zwischen dem bosnischen Klub NK Travnik und Mannschaften in der Schweiz organisiert, bezahlt und beeinflusst haben. Allein bei einer Partie gegen den FC Sion am 26. Juni 2009 sollen sich die Wettgewinne auf rund 116.000 Euro belaufen haben.

Alexander Hornung, Verteidiger des ebenfalls angeklagten Marijo C., stellt sich auf einen monatelangen Prozess ein. "Meine Befürchtung ist, dass es sehr lange dauern wird", erklärte der Anwalt vor Prozessbeginn. Die Anklageschrift könne inhaltlich nicht einfach abgenickt werden. "Da bedarf es einiger Richtigstellungen."

Die angeklagten mutmaßlichen Wettbetrüger sollen unter anderem das WM-Qualifikationsspiel zwischen Liechtenstein und Finnland vom 9. September 2009 und die Champions-League-Partie zwischen VSC Debrecen und dem AC Florenz verschoben haben. Neben Sapina und Marijo C. müssen sich Ex-Basketballprofi Ivan P., Deniz C., Dragen M. und Ramazan K. vor Gericht verantworten. Die Angeklagten sollen allein in Asien für 32 Millionen Euro Wetten platziert haben.

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